Pflanzliche Auszüge richtig herstellen – Praktisches Rezeptblatt

 

Apotheke des Mittelalters

1. Alkoholauszug (Tinktur)

✔️ Für innerliche (mit Vorsicht!) oder äußerliche Anwendung; stark, wirksam, lange haltbar.

Zutaten:

  • Getrocknete oder frische Pflanze (zerkleinert)

  • Alkohol mit 40–70 % (z. B. Korn, Doppelkorn, Weingeist)

  • Schraubglas, braune Tropfflasche zur Aufbewahrung

Zubereitung:

  1. Pflanzenteile in ein Glas geben.

  2. Mit Alkohol bedecken:
     • Frische Pflanze: 1 Teil Pflanze : 2 Teile Alkohol
     • Getrocknete Pflanze: 1 Teil Pflanze : 5 Teile Alkohol

  3. 2–6 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen.

  4. Täglich schütteln.

  5. Abseihen, in braune Flasche füllen.

  6. Beschriften mit Pflanzenname und Datum.
    ✅ Haltbarkeit: bis zu 2 Jahre

2. Ölauszug (Ölmazerat)

✔️ Für Hautpflege, Massagen, Salben oder lokale Behandlungen.

Zutaten:

  • Getrocknete Pflanze (nicht frisch!)

  • Pflanzliches Öl (z. B. Oliven-, Sonnenblumen- oder Mandelöl)

  • Glas mit Deckel

Zubereitung:

  1. Glas zu 2/3 mit Pflanze füllen.

  2. Komplett mit Öl bedecken.

  3. 3–6 Wochen an einem warmen Ort (nicht direkte Sonne) ziehen lassen.

  4. Abseihen, in dunkle Flasche füllen.
    ✅ Haltbarkeit: 6–12 Monate

 3. Glyzerinauszug

✔️ Mild und sanft – geeignet für empfindliche Haut, Kinder und kosmetische Zwecke.

Zutaten:

  • Getrocknete Pflanze

  • Glycerin (pflanzlich) + Wasser (Verhältnis 3:1)

  • Glas mit Deckel

Zubereitung:

  1. Pflanze zerkleinern und in ein Glas geben.

  2. Mit Glycerin-Wasser-Mischung bedecken.

  3. 3–4 Wochen dunkel und kühl stehen lassen.

  4. Täglich leicht schütteln.

  5. Abseihen, in dunkle Tropfflasche füllen.
    ✅ Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

 Hinweise:

  • Alle Auszüge kühl und lichtgeschützt lagern.

  • Immer mit Pflanzenname, Auszugsart und Datum beschriften.

  • Anwendung und Dosierung richten sich nach der jeweiligen Pflanze.

Diese einfachen, traditionellen Methoden wurden über Jahrhunderte hinweg verwendet – bewahre sie, teile sie weiter und nutze sie mit Respekt vor der Heilkraft der Natur.

Die Alraune in der Klostermedizin

Kaum eine andere Pflanze hat die Vorstellungskraft der Menschen so sehr beflügelt wie die Alraune (Mandragora officinarum). Ihre Wurzel, die angeblich die Gestalt eines Menschen trägt, inspirierte Mönche, Heiler, Alchemisten und Hexen gleichermaßen. Zwischen heiliger Klostermedizin und dunklem Aberglauben nimmt sie einen besonderen Platz im Kräuterwissen des Mittelalters ein.

Die Gestalt der Alraune – Menschlich und unheimlich

Die Alraunenwurzel wird oft als menschenähnlich beschrieben – mit angedeuteten Armen und Beinen. Diese Form verstärkte den Glauben, dass es sich um eine lebendige, beseelte Pflanze handelt. In der Volksüberlieferung hieß es, dass sie beim Ausgraben einen markerschütternden Schrei von sich gibt, der den Menschen töten könne. Deshalb wurde sie mit Ritualen, Zaubersprüchen oder mithilfe eines Hundes aus der Erde geholt.

Die Alraune in der Klostermedizin

In den medizinischen Schriften der Klöster des Mittelalters wird die Alraune vorsichtig als Narkotikum, Schmerzmittel und Schlafhilfe erwähnt. Ihre stark wirkenden Inhaltsstoffe – insbesondere Scopolamin und Hyoscyamin – beeinflussen das zentrale Nervensystem. Sie wurde in geringen Mengen bei Operationen, zur Beruhigung oder als Bestandteil von Betäubungstränken verwendet.

Die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen erwähnte zwar nicht direkt die Alraune, doch ähnliche Nachtschattengewächse mit psychoaktiven Wirkungen fanden Eingang in ihre Heilpraktiken.

Mythische Bedeutung und magischer Gebrauch

In der Magie galt die Alraune als äußerst kraftvoll. Sie wurde getragen als Schutzamulett gegen böse Geister, als Liebeszauber oder zur Förderung der Fruchtbarkeit. Oft wurden Alraunenwurzeln in feine Tücher gewickelt, in kleine Särge gelegt und täglich mit Milch oder Wein "gefüttert", um ihre Kräfte zu aktivieren.

In Hexenprozessen wurde der Besitz einer Alraune oft als Beweis für „Zauberei“ ausgelegt – ihre Verbindung zur Welt der Hexen machte sie zur gefürchteten wie verehrten Pflanze.

Gefahr und Verantwortung

Vorsicht: Die Alraune ist hochgiftig. Schon kleine Mengen können Halluzinationen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit verursachen. Ihre medizinische Anwendung ist in der heutigen Zeit nahezu vollständig verboten – sie gehört in die Hände von Experten und nicht in die Hausapotheke.

Fazit

Die Alraune ist mehr als eine Pflanze – sie ist Symbol für die geheimnisvolle Verbindung von Mensch und Natur. Zwischen Klosterwissen, Volksmagie und Legende bleibt sie bis heute eine der faszinierendsten Vertreterinnen der mittelalterlichen Kräuterkunde.


Bilsenkraut – Die dunkle Heilpflanze der Hexen und Heiler

 

Bilsenkraut (lat. Hyoscyamus niger)

Wissenschaftlicher Name: Hyoscyamus niger

Volksnamen: Tollkraut, Hexenkraut, Schwarzes Bilsenkraut

Das Bilsenkraut ist eine der mysteriösesten und am meisten gefürchteten Heilpflanzen des Mittelalters. Seine stark halluzinogenen und krampflösenden Eigenschaften machten es sowohl zum Werkzeug von Heilern als auch zur Pflanze der Hexen. Es ist ein typisches Beispiel dafür, wie Heilung und Gefahr oft dicht beieinander liegen.

Erkennungsmerkmale

  • Wuchshöhe: 30–100 cm
  • Blätter: groß, behaart, klebrig, stark riechend
  • Blüten: gelblich mit dunklen Adern, trichterförmig, erscheinen von Mai bis September
  • Standort: nährstoffreiche Böden, häufig an Wegrändern, Ruinen, Schuttplätzen

Wirkstoffe und medizinische Nutzung

Die Pflanze enthält hochwirksame Alkaloide, insbesondere Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin. Diese beeinflussen das zentrale Nervensystem stark und wirken:

  • krampflösend (spasmolytisch)
  • schmerzstillend
  • beruhigend
  • halluzinogen

Traditionelle Anwendungen (historisch!)

Im Mittelalter wurde Bilsenkraut äußerlich gegen Zahnschmerzen verwendet – z. B. durch das Kauen von Bilsensamen oder das Auflegen von Blättern. Es fand außerdem Verwendung bei:

  • Epilepsie
  • Asthma (Rauch aus getrocknetem Bilsenkraut wurde inhaliert)
  • Operationsvorbereitung (als Betäubungsmittel in der Klostermedizin)

Spirituelle und magische Bedeutung

Bilsenkraut war fester Bestandteil der sogenannten „Hexensalben“, die angeblich Flüge auf dem Besen ermöglichten. Die halluzinogene Wirkung spielte eine Rolle bei Trancezuständen und Visionsarbeit. In Klöstern wurde die Pflanze jedoch mit großer Vorsicht behandelt und nur unter strengen Regeln eingesetzt.

Warnhinweis – Hochgiftig!

Alle Teile der Pflanze sind stark giftig. Bereits kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen: trockener Mund, Sehstörungen, Delirium, Herzrasen bis hin zum Tod. Der Gebrauch in der modernen Pflanzenheilkunde ist daher obsolet und nur durch speziell ausgebildete Fachpersonen in homöopathischer Dosierung denkbar.

Bilsenkraut in der Klostermedizin

Hildegard von Bingen erwähnte das Bilsenkraut nur indirekt und mit großer Vorsicht. In den Klostergärten wurde es entweder gemieden oder als kontrolliertes Betäubungsmittel eingesetzt. Auch im „Herbarium Apuleii“ und bei Dioskurides wird das Kraut als „zweiseitig“ bezeichnet – heilend oder tödlich, je nach Anwendung.

Fazit

Das Bilsenkraut ist ein faszinierendes Beispiel für die Grenze zwischen Medizin und Gift. Seine Wirkung war im Mittelalter sowohl gefürchtet als auch geschätzt – ein „Hexenkraut“, das mit großem Wissen und Verantwortungsgefühl eingesetzt wurde. Heute dient es uns vor allem als Erinnerung an das alte Wissen der Heilpflanzen und ihre ambivalente Kraft.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zur historischen und botanischen Information. Bilsenkraut darf auf keinen Fall in Eigenanwendung verwendet werden.

Silphion – Das verlorene Heilmittel der Antike

Silphion, auch bekannt als Laserpitium, war eine hochgeschätzte Heilpflanze der Antike. Dioskurides beschreibt sie in seinem Werk De Materia Medica als eines der vielseitigsten natürlichen Heilmittel seiner Zeit. Heute gilt sie als ausgestorben, doch ihre Geschichte lebt in der medizinischen Literatur weiter.

 Dioskurides über Silphion

„Silphion ist warm und trocken. Sein Saft, das sogenannte Laser, ist besonders nützlich. Eingenommen mit Wein hilft er bei Magen- und Darmbeschwerden, Koliken und Blähungen. Er lindert chronischen Husten, unterstützt die Menstruation und heilt Gebärmutterleiden. Auch gegen Bisse giftiger Tiere ist er wirksam. Die Blätter können äußerlich auf Geschwüre und Wunden gelegt werden.”
Pedanios Dioskurides, De Materia Medica

 Heilwirkungen

  • Krampflösend: Lindert Magen- und Darmkoliken
  • Auswurffördernd: Bei Husten und Lungenerkrankungen
  • Menstruationsfördernd: Unterstützt die Monatsblutung
  • Entgiftend: Bei Vergiftungen und Tierbissen
  • Wundheilend: Für äußere Verletzungen und Entzündungen

 Historische Bedeutung

Silphion war so wertvoll, dass es auf Münzen aus Kyrene abgebildet wurde. Die letzte bekannte Pflanze soll dem römischen Kaiser Nero als Geschenk überreicht worden sein. Danach verschwand Silphion spurlos – möglicherweise durch Überernte.

Botanische Spurensuche

Bis heute gibt es keine eindeutige Identifikation der Pflanze. Einige Botaniker vermuten, dass es sich um eine Verwandte der Gattung Ferula handeln könnte, insbesondere um Ferula tingitana, ein Doldenblütler, ähnlich dem wilden Fenchel.

 Fazit

Silphion bleibt ein Mysterium – ein Symbol für das verloren gegangene Wissen antiker Heilkunst. Seine Erwähnung durch Dioskurides zeigt, wie tiefgreifend die Beobachtungen antiker Heiler waren. Auch wenn die Pflanze selbst nicht mehr existiert, inspiriert ihre Geschichte moderne Kräuterkundige und Historiker gleichermaßen.


Heilpflanzen für einen gesunden Magen – Natürliche Hilfe aus Klostertradition und moderner Pflanzenkunde

 

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Der Magen – Sitz unserer Intuition und oft auch Spiegel unseres inneren Gleichgewichts. Viele Menschen leiden heute unter Magenbeschwerden: Stress, ungesunde Ernährung oder einfach eine sensible Verdauung können Auslöser sein.

Doch schon im Mittelalter wussten Mönche und Kräuterkundige um die Kraft der Heilpflanzen. Sie kombinierten Wissen, Erfahrung und Beobachtung, um aus Kräutern wahre Wohltäter für den Magen zu gewinnen. Heute kehren wir zu diesen natürlichen Helfern zurück – und verbinden das alte Wissen mit modernen Erkenntnissen der Pflanzenheilkunde.

Hier stelle ich dir eine Auswahl an bewährten Heilpflanzen vor, die deinen Magen auf natürliche Weise stärken, beruhigen und schützen können.

Kamille (Matricaria chamomilla)

Die Kamille gilt als Königin der Magenkräuter. Ihre entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften machen sie zum Klassiker bei Magenkrämpfen, Völlegefühl und leichter Gastritis.

💡 Besonders wirksam als Tee, heiß aufgebrüht und schluckweise getrunken.

„Hier findest du [Kamillentee von Sonnentor] – 100 % Bio & klösterlich inspiriert.“

Melisse (Melissa officinalis)

Auch bekannt als „Herzkraut der Mönche“, wirkt Melisse entspannend und ausgleichend. Bei nervösen Magenbeschwerden – etwa vor Prüfungen oder bei emotionalem Stress – hilft sie sanft und zuverlässig.

💡 Ideal als Tee oder in Mischung mit Lavendel bei Magen-Unruhe.

„Entdecke [Melissenblätter bei Herbathek] – sanft zur Seele und zum Magen.“

Pfefferminze (Mentha × piperita)

Pfefferminze ist krampflösend, kühlend und besonders hilfreich bei Übelkeit, Völlegefühl oder Reizmagen.

💡 Achtung bei Magengeschwüren – hier besser auf Kamille oder Leinsamen zurückgreifen.

„Minzig frisch: [Pfefferminztee von Sonnentor]“

Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra)

Sie schützt die Magenschleimhaut und unterstützt die Heilung bei Reizungen. In der Klosterheilkunde wurde sie als natürliches „Schutzschild“ des Magens verehrt.

💡 In Maßen verwenden, da sie den Blutdruck beeinflussen kann.

„Süßholzraspeln – im besten Sinn: [Süßholzwurzel geschnitten bei Herbathek]“

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Ein uraltes Frauenkraut, das auch bei Magenproblemen wunderbare Dienste leistet. Sie wirkt verdauungsfördernd, entzündungshemmend und entblähend.

💡 Besonders hilfreich bei Völlegefühl und Verdauungsschwäche.

„Entdecke die Kraft der Schafgarbe – wie bei den Benediktinern.“

Leinsamen (Linum usitatissimum)

Die Schleimstoffe der Leinsamen legen sich wie ein beruhigender Film auf die Magenschleimhaut. Sie lindern Reizungen und fördern eine gesunde Verdauung.

💡 Am besten frisch geschrotet und mit Wasser oder Joghurt eingenommen.

„Schutz von innen: Bio-Leinsamen für deinen Magen.“

Engelwurz (Angelica archangelica)

Eine kraftvolle, alte Klosterpflanze. Sie stärkt den gesamten Verdauungstrakt, vertreibt Blähungen und regt die Magensäfte an. Engelwurz galt im Mittelalter als heilige Pflanze gegen „Verdauungsdämonen“.

💡 In Teemischungen oder als Tinktur erhältlich.

„Engelwurz – die heilende Kraft aus den Alpenklöstern.“

Fazit

Heilpflanzen für den Magen sind mehr als alte Hausmittel – sie verbinden uns mit einem tiefen Wissen, das über Jahrhunderte gepflegt wurde. Ob als Tee, Tinktur oder Gewürz – jede Pflanze erzählt ihre eigene Geschichte und bringt eine besondere Wirkung mit sich.

Indem wir sie bewusst nutzen, schenken wir unserem Magen nicht nur Linderung, sondern auch Aufmerksamkeit und Fürsorge. Vielleicht ist das der wahre Anfang von Heilung – innen wie außen.

Das Lorscher Arzneibuch – Ein Schatz frühmittelalterlicher Klostermedizin


Im Schatten der mächtigen Mauern des Klosters Lorsch, einem Zentrum des geistigen Lebens im 8. Jahrhundert, entstand ein Werk, das bis heute als eines der ältesten medizinischen Bücher Europas gilt: das Lorscher Arzneibuch. Es ist nicht nur ein medizinisches Dokument, sondern ein lebendiges Zeugnis der Verbindung zwischen Naturheilkunde, klösterlicher Lebensweise und frühmittelalterlichem Heilwissen.

Heilpflanzen und göttliches Wirken

Das Lorscher Arzneibuch vereint antikes Wissen mit christlicher Spiritualität. Die Benediktinermönche sahen die Natur als göttliche Schöpfung – jede Pflanze, jede Wurzel war ein Geschenk Gottes zur Linderung menschlichen Leids. Dieses Denken durchdringt das gesamte Werk, das Heilpflanzen wie Fenchel, Salbei und Wermut ebenso beschreibt wie Anwendungen von Mineralien und Tierprodukten.

Inhalt und Aufbau

Das Buch enthält über 500 Heilmittelrezepte – teils aus römisch-griechischer Überlieferung, teils auf Beobachtungen der Mönche selbst beruhend. Es beschreibt Zubereitungen, Dosierungen und spirituelle Empfehlungen zur Anwendung. Besonders bemerkenswert ist die enge Verflechtung von medizinischem Wissen und Gebet, was zeigt, dass Heilung im Mittelalter sowohl körperlich als auch seelisch verstanden wurde.

Bedeutung für die Medizin- und Kulturgeschichte

Das Lorscher Arzneibuch wurde 2013 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen – ein Zeichen für seinen unschätzbaren Wert. Es ist ein Beweis dafür, wie früh Klöster als Bewahrer und Entwickler von Wissen wirkten, Jahrhunderte vor der Gründung moderner Universitäten.

„Was du isst, kann heilen – was du weißt, kann retten.”
– Aus der Denkweise klösterlicher Heilkunde

Fazit

Das Lorscher Arzneibuch zeigt uns, dass Heilung mehr ist als Wissenschaft – sie ist ein Zusammenspiel von Natur, Glaube und Beobachtung. Wer sich für Heilpflanzen interessiert, sollte dieses Werk als Wurzel unserer heutigen Phytotherapie kennen und würdigen.


Von der Weidenrinde zur Acetylsalicylsäure – Die Entdeckung eines antiken Heilmittels



Aspirin, wissenschaftlich bekannt als Acetylsalicylsäure, hat ihren Ursprung in der Antike, als verschiedene Kulturen natürliche Extrakte zur Linderung von Schmerzen und Fieber verwendeten. 

Verwendung von Weidenrinde in der Antike 

In der Antike nutzten Zivilisationen wie die Sumerer, Ägypter und Griechen die Rinde und Blätter der Weide (Salix spp.) aufgrund ihrer schmerzlindernden und fiebersenkenden Eigenschaften. 
Diese Wirkung ist dem natürlichen Salicylsäuregehalt der Pflanze zu verdanken. 

Dioskurides und De Materia Medica 

Im 1. Jahrhundert n. Chr. dokumentierte der griechische Arzt und Botaniker Pedanios Dioskurides die medizinische Verwendung der Weide in seinem Werk De Materia Medicaeinem der bedeutendsten Arzneibücher der Antike. 
Dieses Werk beeinflusste die Klostermedizin des Mittelalters stark und wurde in vielen Klöstern kopiert und kommentiert, unter anderem im berühmten Lorscher Arzneibuch. 

Von Salicylsäure zu Aspirin 

Obwohl Salicylsäure wirksam war, verursachte sie oft Magenbeschwerden. 
Im Jahr 1897 gelang es dem deutschen Chemiker Felix Hoffmann (Bayer), eine magenfreundlichere Form zu synthetisieren: die Acetylsalicylsäure, besser bekannt als Aspirin. 
Diese wurde 1899 patentiert und entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Schmerzmittel der modernen Medizin. 

Antikes Wissen als Grundlage moderner Medizin 

Die moderne Aspirin-Entwicklung ist somit das Ergebnis einer langen Geschichte – von der empirischen Pflanzenheilkunde der Antike bis zur wissenschaftlichen Forschung des Industriezeitalters. 
Dies zeigt eindrucksvoll, wie traditionelles Wissen als Fundament für medizinische Innovationen dienen kann. 



Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex. ....