Kartoffelsaft – ein altes Hausmittel gegen Gastritis und Magengeschwüre.
Von einem Mönch habe ich gelernt, dass Kartoffelsaft ein außergewöhnliches Mittel für Menschen ist, die unter Gastritis oder Magengeschwüren leiden. Leider sind immer mehr Menschen von diesen Problemen betroffen.
Diese Beschwerden entstehen oft durch den Konsum von viel Frittiertem, Alkohol, Rauchen, zu viel Zucker – aber vor allem durch Stress.
Kartoffelsaft hilft, Blähungen zu reduzieren und überschüssige Magensäure zu regulieren. Die Kartoffel hat außerdem eine heilende, regenerierende Wirkung – sie unterstützt die Beruhigung und Heilung der geschädigten Magenschleimhaut.
Die Zubereitung ist ganz einfach: Man reibt eine rohe Kartoffel, gibt sie in ein Tuch oder Mull und presst den Saft heraus. Das ist die alte Methode, aus Zeiten ohne Küchengeräte. Wenn du einen Entsafter oder Mixer hast, kannst du ihn natürlich auch verwenden.
Ich muss ehrlich sagen: Der Geschmack ist nicht besonders angenehm. Er erinnert an Erde – fast so, als würde man Schlamm trinken… aber die Wirkung ist erstaunlich. Du kannst den Saft mit hochwertigem Honig mischen, um den Geschmack zu verbessern und ihn leichter trinken zu können.
Der Mönch erzählte, dass er nach einem Monat Anwendung eine Untersuchung gemacht hat und festgestellt wurde, dass er keine Magenprobleme mehr hatte.
Man trinkt ihn morgens auf nüchternen Magen. Für empfindlichere Personen, denen der Geschmack schwerfällt, kann man mit einem halben Glas beginnen. Ideal sind etwa 125 ml. Empfohlen wird eine Anwendung über mehrere Wochen, am besten als Kur von etwa 2–4 Wochen.
Wenn der Husten tief sitzt, greife ich nicht zu chemischen Säften, sondern bereite mir mit Bedacht einen eigenen Sirup zu – so, wie es früher in den Klosterküchen geschah. Jedes Rezept ist ein kleines Ritual, das mich der Pflanze näherbringt – und dem Menschen, den ich pflege.
1. Thymiansirup (klassisch, bei festsitzendem Husten)
Zubereitung:
Thymian mit Wasser 10 Minuten sanft köcheln lassen. Abseihen. Den Sud mit dem Zucker bei schwacher Hitze rühren, bis der Zucker sich vollständig löst. In sterile Braunglasflasche füllen.
Dosierung:
Erwachsene: 3 x täglich 1 TL
Kinder ab 3 Jahren: 3 x täglich 1/2 TL
Im Kühlschrank 2 Wochen haltbar.
2. Salbeisirup (reizlindernd bei Halsschmerzen und trockenem Husten)
10 g getrocknete Salbeiblätter (Salvia officinalis)
200 ml Wasser
100 g Zucker (alternativ: 80 g Honig, nicht über 40°C erhitzen!)
Zubereitung:
Salbei mit Wasser aufkochen, 15 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Abseihen, Flüssigkeit mit Zucker langsam erhitzen, bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. In sterile Flasche füllen.
Dosierung:
Erwachsene: 3 x täglich 1 TL
Nicht für Kinder unter 12 Jahren oder in der Schwangerschaft empfohlen.
Haltbarkeit: 10–14 Tage gekühlt.
50 g frische Spitzwegerichblätter (Plantago lanceolata)
250 ml Wasser
150 g Honig (nicht erhitzen!)
Zubereitung:
Blätter grob zerschneiden, mit Wasser 20 Minuten sanft köcheln. Abseihen. Sud abkühlen lassen, Honig einrühren (unter 40°C!). In sterile Flasche abfüllen.
Dosierung:
Kinder ab 2 Jahren: 3 x täglich 1/2 TL
Erwachsene: 3–5 x täglich 1 TL
Im Kühlschrank max. 10 Tage haltbar.
4. Eibischsirup (sanft und beruhigend für empfindliche Schleimhäute)
Wirkung: schleimhautschützend, reizlindernd, mild bei trockenem Husten
Zutaten (für 150 ml):
10 g Eibischwurzel (Althaea officinalis)
200 ml kaltes Wasser
100 g Zucker
Zubereitung:
Die Wurzel wird kalt ausgezogen: in kaltem Wasser 6–8 Stunden ziehen lassen, gelegentlich umrühren. Danach abseihen, Sud leicht erhitzen (nicht kochen!), Zucker einrühren bis zur Sirupkonsistenz. In sterile Flasche abfüllen.
Dosierung:
Kleinkinder ab 1 Jahr (nach Rücksprache): 1/2 TL
Erwachsene: 1 TL bis zu 5 x täglich
Haltbarkeit: im Kühlschrank max. 7 Tage
Schlusswort
Diese Sirupe sind für mich mehr als Rezepte – sie sind eine Rückverbindung mit dem, was heilsam ist: Nähe, Sorgfalt und das stille Vertrauen in die Pflanzen, die uns seit Jahrhunderten begleiten. Jeder Löffel ist ein Zeichen von Zuwendung – ganz im Sinne der klösterlichen Heilkunst.
Quellen
Kommission E Monographien, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Deutschland
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen, Springer Verlag
Mayer, Johannes Gottfried; Uehleke, B.; Melchart, D.: Klostermedizin – Die Wiederentdeckung der heilenden Kräuter, C.H. Beck Verlag
Wichtl, Max (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
Madaus, Gerhard: Lehrbuch der Biologischen Heilmittel (historisches Werk, digitalisiert verfügbar)
Liebe Leserinnen und Leser,
vielen Dank, dass ihr meinen Beitrag über selbstgemachten Sirup gelesen habt! 🌿🍯
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Die duftenden Blüten der Robinie (Robinia pseudoacacia) bergen eine stille Kraft in sich – heilend und nährend zugleich. In der klösterlichen Pflanzenheilkunde wurden sie nicht nur medizinisch verwendet, sondern auch als milde Speise zur seelischen Erbauung. Nachfolgend findest du zwei bewährte Arten, diese Blüten in deinen Alltag zu integrieren.
1. Robinienblütentee gegen Reizhusten und innere Unruhe
Dieser Tee war besonders in den Benediktinerinnenklöstern verbreitet und wurde bei trockenem Husten, nervösem Magen und Schlafstörungen empfohlen. Er wirkt reizlindernd, beruhigend und leicht krampflösend.
Zutaten:
1 bis 2 Teelöffel getrocknete Robinienblüten
250 ml heißes (nicht kochendes) Wasser
Zubereitung:
Die getrockneten Blüten in eine Tasse geben.
Mit heißem Wasser übergießen und 8–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Abseihen und schluckweise trinken – am besten am Abend.
Optional kann der Tee mit einem Löffel Lindenhonig verfeinert werden. Bei Reizhusten empfiehlt es sich, 2–3 Tassen täglich zu trinken, über maximal 7 Tage.
2. Frittierte Robinienblüten – Frühlingsgebäck aus der Klosterküche
Diese besondere Speise wurde traditionell im Mai zur Feier der ersten Ernten serviert. In alten Klosterküchen galten solche Gerichte als Ausdruck von Dankbarkeit und göttlicher Fülle.
Zutaten:
Frisch gepflückte, ungewaschene Robinienblüten (nur die offenen, intakten Dolden)
100 g Mehl
1 Ei
150 ml Milch oder Wasser
1 Prise Salz
Butterschmalz oder Öl zum Ausbacken
Puderzucker oder Honig zum Bestreuen
Zubereitung:
Mehl, Ei, Milch und Salz zu einem glatten Teig verrühren.
Die Blütendolden durch den Teig ziehen, bis sie vollständig umhüllt sind.
In heißem Fett goldgelb ausbacken, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Mit Puderzucker bestäuben oder mit etwas warmem Honig beträufeln.
Diese Blütenküchlein werden am besten frisch serviert – als süßer Abschluss eines einfachen Mahls oder als besondere Gabe zum Nachmittagstee.
Hinweis zur Sicherheit
Die Blätter, Rinde und Samen der Robinie sind giftig. Nur die frischen oder getrockneten Blüten dürfen verwendet werden, und auch diese sollten nicht über längere Zeit oder in großen Mengen konsumiert werden. Schwangere, Stillende und kleine Kinder sollten vorher Rücksprache mit einer Fachperson halten.
„Das einfache Brot des Tages wird durch die Blüte veredelt, wenn sie mit Achtsamkeit gereicht wird.“
– Aus der Hausordnung eines Augustinerinnenklosters, 16. Jh.
✔️ Für innerliche (mit Vorsicht!) oder äußerliche Anwendung; stark, wirksam, lange haltbar.
Zutaten:
Getrocknete oder frische Pflanze (zerkleinert)
Alkohol mit 40–70 % (z. B. Korn, Doppelkorn, Weingeist)
Schraubglas, braune Tropfflasche zur Aufbewahrung
Zubereitung:
Pflanzenteile in ein Glas geben.
Mit Alkohol bedecken:
• Frische Pflanze: 1 Teil Pflanze : 2 Teile Alkohol
• Getrocknete Pflanze: 1 Teil Pflanze : 5 Teile Alkohol
2–6 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen.
Täglich schütteln.
Abseihen, in braune Flasche füllen.
Beschriften mit Pflanzenname und Datum.
✅ Haltbarkeit: bis zu 2 Jahre
2. Ölauszug (Ölmazerat)
✔️ Für Hautpflege, Massagen, Salben oder lokale Behandlungen.
Zutaten:
Getrocknete Pflanze (nicht frisch!)
Pflanzliches Öl (z. B. Oliven-, Sonnenblumen- oder Mandelöl)
Glas mit Deckel
Zubereitung:
Glas zu 2/3 mit Pflanze füllen.
Komplett mit Öl bedecken.
3–6 Wochen an einem warmen Ort (nicht direkte Sonne) ziehen lassen.
Abseihen, in dunkle Flasche füllen.
✅ Haltbarkeit: 6–12 Monate
3. Glyzerinauszug
✔️ Mild und sanft – geeignet für empfindliche Haut, Kinder und kosmetische Zwecke.
Zutaten:
Getrocknete Pflanze
Glycerin (pflanzlich) + Wasser (Verhältnis 3:1)
Glas mit Deckel
Zubereitung:
Pflanze zerkleinern und in ein Glas geben.
Mit Glycerin-Wasser-Mischung bedecken.
3–4 Wochen dunkel und kühl stehen lassen.
Täglich leicht schütteln.
Abseihen, in dunkle Tropfflasche füllen.
✅ Haltbarkeit: ca. 1 Jahr
Hinweise:
Alle Auszüge kühl und lichtgeschützt lagern.
Immer mit Pflanzenname, Auszugsart und Datum beschriften.
Anwendung und Dosierung richten sich nach der jeweiligen Pflanze.
Diese einfachen, traditionellen Methoden wurden über Jahrhunderte hinweg verwendet – bewahre sie, teile sie weiter und nutze sie mit Respekt vor der Heilkraft der Natur.