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Engelwurz – Die himmlische Wurzel des Winters



Wenn die Tage still werden und die Kälte die Erde bedeckt, spüre ich jedes Jahr aufs Neue, wie sehr der Winter nach innerer Stärke verlangt. In dieser Zeit greife ich gern zu den alten Kräutern der Klöster – zu jenen Pflanzen, die nicht nur den Körper nähren, sondern auch die Seele erinnern. Eine dieser Pflanzen ist die Engelwurz – Angelica archangelica.

Sie trägt etwas Erhabenes in sich, etwas, das über die reine Heilwirkung hinausgeht. Schon ihr Name klingt wie ein Gebet. „Engelwurz“ – als hätte ein himmlischer Bote selbst ihre Wurzeln in die Erde gelegt, um uns durch die dunkle Jahreszeit zu führen.

Ein göttliches Zeichen in Zeiten der Krankheit

Laut alten Überlieferungen erschien die Engelwurz während einer Pestepidemie im 14. Jahrhundert in den Träumen eines frommen Mönchs. Der Erzengel Michael soll ihm gezeigt haben, dass die Wurzel der Pflanze vor Krankheit und bösen Einflüssen schützt. So erhielt sie ihren Namen – Angelica archangelica, die „Engelspflanze des Erzengels“.

Auch Hildegard von Bingen schrieb über die Pflanze in ihren medizinischen Schriften:

„Die Engelwurz ist warm und hilfreich gegen die Fäulnis im Menschen. Sie stärkt das Herz und vertreibt die schädlichen Geister.“

In den Klöstern wurde sie sowohl körperlich als auch geistig angewendet. Mönche trugen kleine Stücke der getrockneten Wurzel in ihren Taschen, um sich vor Pest, bösem Blick und seelischer Schwäche zu schützen.


Wie die Engelwurz verwendet wurde

Innerlich:
Die Wurzel wurde in Wein eingelegt, um daraus einen heilenden Trank zu bereiten, der Magen, Lunge und Blut reinigte. Besonders im Winter galt dieser Trunk als Stärkung für Körper und Geist.
Auch in Kräuterpulvern gegen Erkältungen, Fieber und Schwäche spielte Engelwurz eine Hauptrolle.

Äußerlich:
Aus den Blättern und der Wurzel wurden Salben hergestellt, die gegen Rheuma, kalte Glieder und Brustbeschwerden halfen.

Rituell:
In manchen Klöstern wurde Engelwurz während der Wintersonnenwende verräuchert – als Symbol des Lichts, das das Dunkel vertreibt. Die Mönche glaubten, dass ihr Duft die Luft reinigte und die Seele beruhigte.

Schafgarbe – Die verborgene Heilpflanze der Mönche und ihr spirituelles Geheimnis

 

Achillea millefolium

Ich möchte euch heute eine Pflanze vorstellen, die für mich etwas ganz Besonderes ist.
Sie wächst leise und bescheiden am Wegesrand, an sonnigen Waldrändern und auf wilden Sommerwiesen. Man übersieht sie leicht – und doch war sie einst ein Schatz in den Händen klösterlicher Heiler. Die Rede ist von der Schafgarbe (Achillea millefolium) – einer Pflanze, die in sich Jahrhunderte von Heilwissen, Schutz und spiritueller Kraft trägt.

Schon Hildegard von Bingen lobte die Schafgarbe als Pflanze, die „das blut reinigt, das Herz klärt und der Seele Frieden bringt“. Und auch heute spüre ich diese stille, fast unsichtbare Kraft, wenn ich mit ihr arbeite.

Wie die Mönche Schafgarbe nutzten

In den mittelalterlichen Klostergärten war die Schafgarbe eine der wichtigsten Pflanzen für die Reinigung des Blutes, für die Frauenheilkunde und für die Behandlung von inneren Verletzungen – seelisch wie körperlich.
Sie wurde in Weine eingelegt, als Wundauflage genutzt, oder in Form von Tees zur Linderung von Bauchkrämpfen und Unruhezuständen getrunken.

Die Mönche sprachen oft ein stilles Gebet, wenn sie Heilpflanzen zubereiteten. Nicht aus Aberglaube, sondern weil sie wussten: Eine Pflanze heilt tiefer, wenn sie mit Bewusstsein, Dankbarkeit und Gebet eingenommen wird.

Ein Rezept nach Hildegard von Bingen

Schafgarben-Wein gegen Unruhe und Herzbeschwerden

Zutaten:

  • 1 Liter Weißwein

  • 1 Handvoll getrocknete Schafgarbenblüten

  • 1 Prise Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schafgarbe zusammen mit einer Prise Muskatnuss in den Wein geben und 3 Tage an einem sonnigen Ort ziehen lassen. Anschließend abseihen und kühl lagern.

Anwendung:
1 kleines Gläschen vor dem Schlafengehen trinken – am besten in Stille und mit einem Moment der inneren Einkehr.


Ein altes Gebet, das beim Trinken gesprochen wurde:

„Heilige Schöpferkraft in jeder Pflanze,
durchströme mich mit deinem Licht.
Schafgarbe, du zarte Kriegerin des Lebens,
heile, was in mir verborgen blutet.
Stärke mein Herz und meine Grenzen –
im Namen des göttlichen Ursprungs.“


Schafgarbe ist nicht nur eine Pflanze der alten Zeit – sie ist aktueller denn je. In einer Welt voller Reize, Reizbarkeit und Unsicherheit brauchen wir die Qualität dieser Pflanze: Grenzen setzen, innere Verletzungen erkennen und sanft heilen.

Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, wo wir uns erinnern dürfen:
Nicht jede Heilung kommt aus der Apotheke.
Manche beginnt mit einem Kraut, einem Gebet – und einem Moment echter Achtsamkeit.

Weiterführende Inhalte & PDF-Heft
Wenn du tiefer in das klösterliche Pflanzenwissen eintauchen möchtest, findest du in meinem PDF-Heft „Heilpflanzen gegen Stress – Klosterwissen für Körper und Seele“ weitere Gebete, Anwendungen und Rituale:
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Vollmond und Pflanzenkraft – Klösterliche Sichtweise

 

Vollmond 

In alten Klöstern lebten Mönche und Nonnen im Rhythmus der Natur – und vor allem im Rhythmus des Himmels. Der Vollmond war für sie kein bloßes astronomisches Ereignis, sondern ein heiliger Moment.

Man glaubte, dass sein Licht das Verborgene sichtbar machen kann – auch in der Pflanzenwelt. In diesen Nächten wurde die Natur als besonders durchlässig empfunden. Die Kraft, die durch die Pflanzen floss, war stärker, lebendiger, aufgeladen mit einer stillen Energie, die man nicht erklären, aber spüren konnte.

Ich erinnere mich, wie ich selbst an manchen Vollmondnächten nicht schlafen kann – nicht aus Unruhe, sondern weil die Welt draußen so wach und weit scheint. Es ist, als würde der Mond ein Fenster öffnen, das sonst verschlossen bleibt.

Am Donnerstag, den 10. Juli 2025, um genau 22:36:53 Uhr MESZ, erreicht der Vollmond seinen Höhepunkt. In der alten Volksmedizin und klösterlichen Kräuterkunde gilt dieser Moment als besonders günstig, um bestimmte Pflanzen zu sammeln – nicht nur wegen der energetischen Wirkung, sondern auch wegen der Tiefe der Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Warum bei Vollmond sammeln?

In der monastischen Tradition galt die Nacht des Vollmonds als eine Zeit der Offenbarung. Man glaubte, dass die Pflanzen in diesem Licht ihre innersten Kräfte preisgeben – so wie eine Seele, die sich nur im Vertrauen zeigt.

Die Säfte der Pflanzen steigen in dieser Phase besonders intensiv in Blätter und Blüten. Es ist die Zeit, in der die Pflanze ihre ganze Lebenskraft ausstrahlt. Die alten Heilkundigen – von Hildegard von Bingen bis zu unbekannten Klostergärtnern – nutzten dieses Wissen sorgfältig und respektvoll.

Welche Pflanzen wurden zu Vollmond gesammelt?

Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Als Lichtträgerin wurde sie nicht nur zur Sommersonnenwende, sondern auch bei Vollmond geerntet. Sie hilft bei seelischen Wunden, Melancholie und wird traditionell zur Herstellung von Rotöl verwendet.

Beifuß (Artemisia vulgaris)
Ein altes Ritualkraut, das in Klöstern getrocknet und verräuchert wurde. Es galt als schützend, klärend und hilfreich für Träume und Übergänge.

Eisenkraut (Verbena officinalis)
Als „heiliges Kraut“ wurde es zu Zeiten besonderer Himmelskonstellationen gesammelt, vor allem bei Vollmond. Es wurde zur geistigen Reinigung und zur Unterstützung der Konzentration genutzt.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
In benediktinischen Klöstern wurde sie für ihre herzberuhigende Wirkung geschätzt. Bei Vollmond geerntet, galt sie als besonders wirksam für inneren Frieden.

Quendel / Wilder Thymian (Thymus serpyllum)
Ein zartes, aber kraftvolles Kraut, das Mut stärkt und reinigend wirkt. Vollmondnächte galten als ideale Zeit für seine Sammlung.

Lavendel (Lavandula angustifolia)
Wurde oft zur Herstellung von Ölen und Kräuterkissen verwendet. Bei Vollmond gesammelter Lavendel galt als besonders wohltuend für den Schlaf und den inneren Rückzug.

Minze und Schafgarbe
Auch diese Pflanzen wurden bei Vollmond geerntet, um ihre klärende, heilende Kraft voll auszuschöpfen.

Wer lebte dieses Wissen?

Hildegard von Bingen sah in der „Viriditas“ – der grünen Lebenskraft – eine göttliche Verbindung zwischen Licht, Leben und Gesundheit.

Die Gärten der Klöster folgten oft einem eigenen Rhythmus, in dem Mondphasen, Gebetszeiten und die Beobachtung der Natur zusammenspielten. Die Pflanzen wurden nicht nur botanisch betrachtet, sondern auch spirituell verstanden – als Geschöpfe mit einem eigenen Wesen und einer besonderen Aufgabe.

In der Volksmedizin lebte dieses Wissen weiter – bei Kräuterfrauen, Hebammen und einfachen Menschen, die spürten, dass die Natur spricht, wenn man ihr zuhört.


The Monastic Herbarium versteht sich als Brücke zu diesen alten Wegen – nicht aus Nostalgie, sondern aus Ehrfurcht. Wer heute bei Vollmond Pflanzen sammelt, betritt einen alten Pfad, der noch immer lebendig ist.

„Die Schöpfung heilt, wenn der Mensch in Einklang mit ihr lebt.“
Und der Vollmond – so sagten die Weisen – sei wie ein Leuchtturm am Himmel,
der uns daran erinnert, wann es Zeit ist, mit dem Herzen zu ernten.

Lindenbaum – Heilpflanze, Herztröster und Symbol der Gemeinschaft

 

Lindenbaum


Es gibt Bäume, an denen geht man nicht einfach vorbei. Sie halten einen irgendwie fest – mit ihrer Präsenz, ihrem Duft, ihrer stillen Würde. Für mich ist der Lindenbaum so ein Baum. Wenn ich an ihm vorbeigehe, spüre ich eine Art Geborgenheit. Als würde er etwas wissen, was wir vergessen haben.

Der Teebaum – oder Lindenbaum, wie wir ihn nennen – ist in Mitteleuropa seit Jahrhunderten ein treuer Begleiter des Menschen. Oft stand er in der Mitte von Dörfern, als Gerichtsbaum, Tanzbaum oder Schutzbaum. Unter seinen Ästen wurde gefeiert, geheiratet, getrauert. Kein Wunder, dass man ihm so viel Bedeutung zugemessen hat – sein Duft allein berührt etwas Tiefes in uns.

Heilkräfte, die das Herz ansprechen

Die Blüten des Lindenbaums sind mehr als nur schön – sie sind ein Geschenk. In meiner Kindheit war Lindenblütentee das Mittel meiner Mutter gegen jede Erkältung. Sanft schweißtreibend, beruhigend, schleimlösend. Damals wusste ich noch nicht, dass diese zarten Blüten auch das Herz beruhigen können – auf eine feine, fast seelische Weise. In stressigen Zeiten ist ein Tee aus Lindenblüten für mich wie eine Umarmung.

Die Rinde und das Holz des Lindenbaums wurden früher ebenfalls genutzt – sei es für Schnitzarbeiten oder in der Volksmedizin als Umschläge bei Entzündungen. Der Baum schenkt also auf vielen Ebenen – und das ohne große Ansprüche zu stellen.

Ein Baum der Gemeinschaft

Was mich am Lindenbaum am meisten berührt, ist seine Verbindung zum Miteinander. In alten Zeiten pflanzte man oft eine Linde zur Geburt eines Kindes oder zum Gedenken an Verstorbene. Sie war ein Symbol für das Leben selbst – mit all seinen Zyklen. Und ich frage mich oft, ob wir heute wieder mehr solche lebendigen Zeichen brauchen.

Wenn ich durch den Wald gehe und wir an einer alten Linde stehenbleiben, erzähle ich ihm diese Geschichten. Dass Bäume früher Freunde waren. Dass sie nicht nur Schatten geben, sondern auch Schutz, Trost und manchmal sogar Antworten.

Fazit

Der Lindenbaum ist für mich nicht nur eine Heilpflanze – er ist ein Lehrer. Einer, der leise spricht, aber tief wirkt. Vielleicht erinnert er uns daran, langsamer zu gehen, tiefer zu atmen und uns wieder zu verbinden – mit uns selbst, mit anderen, mit der Natur.

Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex. ....