Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus


Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex...Lange Zeit war Hopfen für mich einfach nur „die Pflanze im Bier“. Mehr nicht. Ohne zu ahnen, dass sich hinter diesem scheinbar banalen Bestandteil eine alte, kraftvolle und erstaunlich aktuelle Heilpflanze verbirgt.

Schon im Mittelalter stellte Hildegard von Bingen fest, dass diese Pflanze
„beruhigt, den Appetit anregt, die Verdauung fördert und noch dazu antiseptisch wirkt“.

Vielleicht ist es genau deshalb kein Zufall, dass der Hopfen zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt wurde. Selbst der lateinische Name klingt schön und bleibt leicht im Gedächtnis: Humulus lupulus.

Abseits von Geschichte, Titeln und Studien hat mich persönlich am Hopfen am meisten eines angesprochen: 

👉 die Fähigkeit des Hopfens, die Nerven zu beruhigen.👈

Wir leben in einer Zeit, in der Nervosität, innere Unruhe, mentale Erschöpfung und kreisende Gedanken fast schon normal geworden sind. Die Vorstellung, dass eine Pflanze sanft beruhigen kann, ohne zu betäuben, empfinde ich als etwas sehr Wertvolles.

Vielleicht weißt du es schon: Die medizinisch wirksamen Teile des Hopfens sind die weiblichen Zapfen. Dort steckt seine eigentliche Kraft.

Welche Wirkstoffe enthält Hopfen – und wie helfen sie bei Nervosität?

🔬 Bitterstoffe (Humulon, Lupulon)
→ wirken beruhigend und leicht sedierend, lindern innere Unruhe

🔬 Flavonoide (z. B. Xanthohumol)
→ starke Antioxidantien, schützen das Nervensystem

🔬 Ätherische Öle (Myrcen, Humulen)
→ entspannend, lösen psychische Anspannung

🔬 Phytohormone (8-Prenylnaringenin)
→ wirken ausgleichend auf Nerven- und Hormonsystem

Die goldene Kombination

Seine volle Kraft entfaltet Hopfen vor allem in Kombination mit Baldrian, Melisse oder Passionsblume. Gemeinsam wirken diese Pflanzen harmonisch: beruhigend, stabilisierend, ohne die geistige Klarheit zu nehmen.

Rezept für einen beruhigenden, sedierenden Tee 

Verwendet werden getrocknete Pflanzen. Bei frischen Pflanzen bitte die Menge verdoppeln.

Für 1 Tasse (250 ml Wasser):

  • 🌿 Hopfenzapfen (weiblich)½ Teelöffel

  • 🌿 Baldrianwurzel½ Teelöffel

  • 🌿 Melisse oder Passionsblume1 Teelöffel

Die Pflanzen in eine Tasse geben, mit heißem (nicht sprudelnd kochendem) Wasser übergießen, abdecken und 10–15 Minuten ziehen lassen. Abseihen.

Am besten abends trinken, in kleinen Schlucken. Eine Tasse pro Tag ist ausreichend.

Ist der Tee auch für Kinder geeignet? 

Für Kinder unter 6 Jahren wird Hopfen nicht empfohlen. Ab 6–7 Jahren kann er in sehr geringer Dosierung verwendet werden, idealerweise in Kombination mit milderen Pflanzen wie Melisse oder Passionsblume. Empfohlene Menge für Kinder: ¼ TL Hopfenzapfen + 1 TL Melisse oder Passionsblume auf 250 ml Wasser, maximal ½ Tasse, nicht täglich. Bei anhaltenden Beschwerden bitte fachlichen Rat einholen.

Wildlattich und sein Saft – Naturmedizin mit Tradition

Lactuca virosa

Wildlattich (Lactuca virosa) ist eine Pflanze, die die Menschen seit der Antike fasziniert und für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt wird. Nicht nur ihr charakteristischer Geschmack und ihr besonderes Aussehen machen sie einzigartig, sondern auch der aus ihr gewonnene Saft gilt in vielen Kulturen als ein wahres Heilmittel. Besonders Mönche aus verschiedenen Teilen der Welt haben die wohltuende Wirkung des Lattichsafts immer wieder hervorgehoben.

Was ist Wildlattich?

Wildlattich ist eine krautige Pflanze, die in gemäßigten und mediterranen Zonen wild wächst. Sie hat längliche, gezackte Blätter und einen Stängel, der einen milchigen Saft enthält – den Lattichsaft. Dieser Saft ist reich an bioaktiven Verbindungen, die beruhigende, schmerzlindernde und krampflösende Wirkungen besitzen.

Was sagten die Mönche?

Im Mittelalter nutzten Mönche aus Klöstern in Europa, Asien und dem Nahen Osten Wildlattich zur Behandlung verschiedener Beschwerden:

  • Europäische Mönche betrachteten ihn als natürliches Mittel gegen Schlaflosigkeit, Angstzustände und leichte Schmerzen. Sie bereiteten den Saft oft als Aufguss zu oder nutzten ihn als Salbe zur Linderung von Muskelbeschwerden.

  • Tibetische Mönche lobten die entspannende Wirkung des Lattichs und setzten den Saft bei Magenbeschwerden sowie zur Förderung innerer Ruhe, besonders bei Meditationen, ein.

  • Mönche im Nahen Osten, besonders in Persien, verwendeten den Saft als Heilmittel bei Husten und Atemwegserkrankungen, dank seiner auswurffördernden Eigenschaften.

Diese Tradition hat sich über Jahrhunderte gehalten, und Wildlattich bleibt bis heute wegen seiner sedativen und schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt.

Zwei wissenschaftliche Studien

  1. Studie veröffentlicht im Journal of Ethnopharmacology (2015)
    Forscher zeigten, dass der Saft des Wildlattichs den Wirkstoff Lactucopicrin enthält, der beruhigende und schmerzstillende Effekte besitzt. Die Studie belegte, dass Lattich-Extrakte leichte Schmerzen und Angstzustände signifikant lindern können, ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

  2. Studie der Universität Tabriz, Iran (2018)
    In dieser Untersuchung wurden die entzündungshemmenden Wirkungen des Lattichsafts an Tiermodellen getestet. Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Reduktion von Entzündungen und eine Linderung von Gelenkschmerzen nach Einnahme des Safts, was die traditionelle Anwendung bei rheumatischen Beschwerden bestätigt.

Anwendung des Lattichsafts

Der Saft wird durch Pressen der frischen Blätter gewonnen und kann verdünnt mit Wasser oder als Tee getrunken werden. Zusätzlich wird er in der Herstellung von Cremes und Salben verwendet, um seine beruhigenden und schmerzlindernden Eigenschaften äußerlich zu nutzen.

Eine maßvolle Anwendung ist wichtig: Intern sollten täglich nicht mehr als 0,5 bis 1 ml reiner Saft eingenommen werden, da höhere Dosen zu starker Schläfrigkeit, Magenbeschwerden oder anderen Nebenwirkungen führen können. Bei äußerlicher Anwendung in Cremes oder Salben sind Konzentrationen von 5-10 % Saftanteil üblich und gelten als sicher.

Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest, um mögliche Hautreaktionen auszuschließen.

👉 Entdecken Sie jetzt unsere Professionelle phytotherapeutische Rezeptur für Gelenksalbe – eine sorgfältig entwickelte Mischung, die gezielt zur Linderung von Gelenksbeschwerden beiträgt:https://ko-fi.com/s/d7a7e6dd07

Warum Beinwell gut für Gelenke und Schmerzen ist – was die Alten darüber sagten

Symphytum officinale


Beinwell, auch bekannt als „Knochenkraut“, ist eine der wertvollsten Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten gegen Gelenk- und Muskelschmerzen eingesetzt wird. Von den antiken Heilern bis zu den mittelalterlichen Mönchen galt Beinwell als wahres Heilmittel bei Schmerzen in Gelenken, Sehnen und Knochen.


Was Beinwell enthält und wie es den Gelenken hilft

Der Hauptwirkstoff, der Beinwell so effektiv macht, ist Allantoin – eine Substanz, die die Geweberegeneration und Wundheilung fördert. Allantoin:

  • Beschleunigt die Regeneration von Knorpeln und Bändern

  • Fördert die Neubildung von Zellen in Haut und tieferem Gewebe

  • Lindert Entzündungen und hilft Schmerzen zu reduzieren

Zusätzlich enthält Beinwell Schleimstoffe, die Reizungen mildern, sowie Tannine mit entzündungshemmender Wirkung.

Augentrost (Euphrasia officinalis) – Klosterwissen für Augen, Wahrnehmung und innere Klarheit

Euphrasia officinalis


Der Augentrost (Euphrasia officinalis) trägt in seinem Namen ein Versprechen, das Jahrtausende alt ist. Seine Bezeichnung wird mit Euphrosyne in Verbindung gebracht, einer der drei Chariten der griechischen Mythologie – Sinnbild für Freude, Klarheit und seelisches Wohlbefinden. Man schrieb ihr die Fähigkeit zu, den Blick zu öffnen, nicht nur für das Auge, sondern auch für den Geist. So wurde der Augentrost zu einer Pflanze, die Klarheit schenkt – körperlich wie seelisch.

Seine zarten Blüten mit ihrer feinen Zeichnung erinnern an Augen, umrahmt von Wimpern. Diese Ähnlichkeit blieb in der Antike und im Mittelalter nicht unbeachtet und wurde im Sinne der Signaturenlehre gedeutet: Gott habe jeder Pflanze ein Zeichen ihres Wirkens mitgegeben. Was dem Auge ähnelt, diene auch dem Auge.

Bereits in der Spätantike wurde der Augentrost bei „Schwäche des Sehens“ und bei Zuständen empfohlen, in denen der Blick trüb wurde – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. In mittelalterlichen Heilkundeschriften erscheint die Pflanze häufig als Mittel gegen Augenleiden, aber auch bei geistiger Erschöpfung, Melancholie und innerer Verwirrung. In den Klöstern galt sie als Kraut, das die „Sicht des Herzens“ klärt.

Im Mittelalter fand der Augentrost vor allem Anwendung bei Augenentzündungen wie Bindehautentzündungen sowie zur Linderung von Brennen, Jucken und Reizungen durch Rauch, Staub, Zugluft oder Pollen. Mönche und Kräuterkundige empfahlen ihn auch jenen, die lange bei schwachem Licht arbeiteten oder stundenlang Manuskripte kopierten – eine frühe Form der heutigen visuellen Überlastung.

Bemerkenswert ist, dass der Augentrost nicht nur als Augenheilmittel galt. In der Volksheilkunde wurde er auch als Umstimmungsmittel geschätzt – als Pflanze, die die innere Verfassung ausgleicht. Man setzte ihn bei Kindern und Erwachsenen ein, die empfindlich waren, sich leicht erkälteten und bereits bei geringster Zugluft mit tränenden Augen und allgemeiner Schwäche reagierten. In solchen Fällen betraf die Wirkung nicht nur die Augen, sondern den gesamten Organismus.

Der Augentrost wurde sowohl äußerlich, in Form von Umschlägen oder Augenwaschungen, als auch innerlich, als Tee, angewendet. In der klösterlichen Heilkunde galt der Tee als sanfte Unterstützung für den ganzen Menschen – besonders dann, wenn die Schwäche der Augen mit Erschöpfung, häufiger Erkältung oder erhöhter Reizempfindlichkeit verbunden war.

So bleibt der Augentrost bis heute eine Pflanze der Klarheit: für die Augen, für die Wahrnehmung und für die Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie sind – mit klarem Blick und ruhigem Geist.

Die Geschichte vom Wasser, das vergessen hat zu fließen

 


Man sagt, im Menschen gebe es ein stilles Wasser, nicht das Blut, das läuft, pocht und drängt, sondern jenes andere Wasser, das sich dazwischen bewegt, unscheinbar und leise, das sammelt, was nicht mehr lebendig ist, und geduldig darauf wartet, weitergetragen zu werden. Wenn der Mensch viel geht, wenn er schwitzt, wenn er weint oder atmet, beginnt dieses Wasser von selbst zu fließen, als hätte es sich nur kurz verirrt. Doch wenn der Mensch zu lange müde ist, wenn er Lasten trägt, die nie ausgesprochen wurden, wenn Gefühle im Inneren festgehalten werden wie eingeschlossene Luft, dann bleibt das Wasser stehen, und mit ihm kommen die Schwere im Körper, die Schwellung, die namenlose Erschöpfung, die sich nicht erklären lässt. Die Alten sagten nicht, dass die Lymphe schmutzig sei oder gereinigt werden müsse, sie sagten nur leise und ohne Urteil: Dein Wasser hat den Weg vergessen.

In einem alten Dorf am Rand des Waldes lebte eine Frau, die nicht mit Kraft heilte. Sie reinigte nicht. Sie öffnete. Wenn jemand mit schwerem Körper und müder Seele zu ihr kam, führte sie ihn früh am Morgen nach draußen.

„Geh“, sagte sie. „Auch wenn du keine Lust hast. Das Wasser in dir bewegt sich nur, wenn du dich bewegst.“

Dann gab sie ihm drei Pflanzen.

Die erste war die Klette – ihre Wurzel. „Sie weiß, wie man aus der Tiefe zieht“, sagte die Frau. „Nicht schnell. Aber wahrhaftig.“ Sie kochte sie langsam und gab sie am Abend, wenn der Körper still wird.

Die zweite war der Löwenzahn. Nicht die Blüte, sondern das bittere Blatt und die schmale Wurzel. „Er zeigt dem Wasser den Ausgang“, sagte sie. Man trank ihn am Morgen, als Anfang.

Die dritte war das Kletten-Labkraut (Galium aparine). Die Pflanze, die an der Kleidung hängen bleibt, wenn man durch die Wiese geht. „So hält sie auch das stehende Wasser fest“, sagte die Frau. Sie kochte sie nicht. Sie ließ sie über Nacht in kaltem Wasser ziehen. Dieses Wasser wurde mittags getrunken, wenn die Sonne hoch stand.

Doch die Pflanzen waren nicht alles. Morgens gehörte auch der Körper dazu, cu pielea trezită printr-un periaj uscat, făcut încet, fără presiune, ca o mișcare care aduce atenția înapoi spre inimă. Era nevoie de puțină căldură, de transpirație ușoară, de mers, de foc sau de o baie caldă, lucruri simple, care lăsau apa din interior să se miște fără să fie forțată. Și uneori era nevoie doar de oprire, de stat, de respirație, pentru că apa aceea tăcută se blochează adesea acolo unde omul nu mai are loc să simtă.

Nach drei Wochen hörte die Frau auf. Das Wasser hatte seinen Weg wiedergefunden, und die Menschen folgten ihm still. Manche gingen leichter hinaus in die Welt, andere blieben noch eine Weile im Wald, bis auch ihr Inneres den Rhythmus wiedergefunden hatte.

So arbeiteten die Alten, ohne den Körper zu zwingen, ohne eine totale Reinigung zu versprechen; sie begleiteten das Wasser nur sanft, erinnerten es an seine eigene Bewegung, sodass es wieder frei fließen konnte.

Manches Wissen endet nicht hier.
Manches beginnt erst, wenn man aufhört zu lesen und anfängt zu gehen.

Aus diesem Text ist ein stilles Pflanzenritual entstanden.
Für jene, die das Wasser im Inneren nicht nur verstehen, sondern bewegen wollen.

👉 https://ko-fi.com/s/de730ca77f

Die Pflanzen, die im Traum sprachen – Verbotenes Kräuterwissen aus Kloster und Herbarium


Über vergessenes Klosterwissen, verborgene Herbariumsseiten und das Schweigen um visionäre Pflanzen


Es hat zu allen Zeiten Pflanzen gegeben, über die man nicht auf dem Marktplatz sprach. Nicht, weil sie selten gewesen wären, sondern weil sie nur jenen bekannt waren, die das Schweigen kannten. Pflanzen, die man nicht beiläufig sammelte, nicht in alltägliche Tees mischte und nicht jedem empfahl. Sie heilten nicht nur den Körper, sondern berührten etwas Schwererfassbares – den Traum, die Schwelle zwischen den Welten, jene inneren Bilder, die erscheinen, wenn die Augen geschlossen sind, der Geist aber wach bleibt.

Im alten Europa, lange bevor Handschriften bereinigt und Sprache gezähmt wurde, gehörten diese Pflanzen zu einem stillen Wissen. Die Kräuterfrauen kannten sie, die Dorfheiler ebenso, und – was heute oft vergessen wird – auch manche Mönche. Nicht als Tore zum Rausch, sondern als Wesen von großer Kraft, die Maß, Fasten und innere Vorbereitung verlangten.

Die Alraune mit ihrer fast menschlichen Wurzel galt als Schwellenpflanze. Sie wurde selten verwendet, und wenn, dann mit Vorsicht und Respekt. Das Bilsenkraut, schwer im Geruch und eigenwillig in seiner Wirkung auf den Traum, taucht in frühen Herbariumschriften oft ohne ausführliche Erklärung auf – als hätten die Schreiber gewusst, dass nicht alles ausgesprochen werden darf. Und Artemisia, der Beifuß, die Pflanze der Übergänge und des Traumes, wurde geduldet, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Man sprach von Verdauung, von Schutz, von Frauenleiden – doch über das, was sie in langen Nächten mit dem Schlaf tat, schwieg man.

Mit der Zeit werden diese Beschreibungen dünner. Die Pflanzen verschwinden nicht aus der Natur, sondern aus der Sprache. Sie bleiben, doch ihre Bedeutung wird reduziert, ihre Tiefe verschwiegen.


Träume im Kloster – bevor sie gezähmt wurden

In der frühen monastischen Tradition war der Traum kein nebensächliches Phänomen. Die ersten Mönche wussten, dass der Traum ein verletzlicher Raum ist – aber auch ein Ort der Offenbarung. Die Heiligen Schriften waren voller Träume: warnende Träume, richtungsweisende Träume, Träume, die Schicksale veränderten. Eine feste Dogmatik existierte noch nicht. Stattdessen gab es die Kunst der Unterscheidung, das feine Gespür dafür, ob ein Traum aus Unruhe oder aus innerer Klarheit geboren war.

Einige Mönche führten Traumaufzeichnungen, nicht zur Analyse, sondern zur Selbstbeobachtung. Ein unruhiger Traum galt als Zeichen innerer Disharmonie, ein klarer Traum als Spiegel eines geordneten Seelenzustands.

In diesem Kontext waren Pflanzen, die den Schlaf beeinflussten, nichts Fremdes. Sie wurden nicht genutzt, um Visionen zu erzwingen, sondern um die innere Stille zu vertiefen. Doch genau hier verlief eine unsichtbare Grenze. Denn wo der Traum zu lebendig, zu persönlich, zu unmittelbar wird, entzieht er sich der Kontrolle. Offenbarung ohne Vermittlung wurde problematisch.

So begann die allmähliche Zähmung des Traumes. Man sprach zunehmend von Gefahr, von Täuschung, von falschen Einflüssen. Pflanzen, die diesen Raum „zu stark“ berührten, wurden nicht mehr empfohlen. Sie wurden nicht ausdrücklich verboten – aber sie verschwanden aus dem offenen Diskurs. Das Schweigen wurde zur Schutzmaßnahme. Oder zur Zensur.


Die vergessenen Pflanzen der mittelalterlichen Herbariumsseiten

Wer mittelalterliche Herbariumschriften aufmerksam liest, bemerkt etwas Eigenartiges. Manche Pflanzen werden mit außergewöhnlicher Sorgfalt beschrieben, andere erscheinen fast schemenhaft, ohne Tiefe, ohne Kontext, ohne Geschichte. Als hätten die Schreiber bewusst Lücken gelassen.

Es gibt Pflanzen, die nur einmal erwähnt werden und danach nie wieder auftauchen. Randnotizen sprechen von „starker Wirkung“, ohne Erklärung. Warnungen bleiben vage. Diese Leerstellen sind keine Zufälle. Sie sind Spuren eines Wissens, das nicht verloren ging, sondern zurückgezogen wurde.

Während Europa lernte, dem zu misstrauen, was sich nicht kontrollieren ließ, bewahrten andere Kulturen dieselbe Beziehung zu den Pflanzen – ohne Angst.


Der Amazonas und das Wissen, das nicht verstummte

Im Amazonasgebiet wurden Pflanzen mit DMT-haltiger Wirkung niemals aus ihrem Zusammenhang gerissen. Sie wurden nicht isoliert, nicht analysiert, nicht von ihrem rituellen Rahmen getrennt. Sie blieben eingebettet in Vorbereitung, Stille, Beziehung.

Dort empfand man keine Notwendigkeit, sie zu verbergen, weil sie keine zentrale Offenbarungsautorität bedrohten. Die Pflanze sprach nicht über den Schamanen hinweg, nicht gegen die Gemeinschaft – sie sprach durch sie.

Der Unterschied liegt nicht in der Substanz, sondern in der Haltung. In Europa wurde die Fähigkeit der Pflanzen, innere Tore zu öffnen, verdächtig. Im Amazonas blieb sie heilig.

Nicht DMT ist das Problem, sondern die Frage, die es stellt: Wenn die Natur direkt zum Menschen sprechen kann – was geschieht dann mit der Autorität?


Die pflanzliche Erinnerung

Die Pflanzen selbst haben nichts vergessen. Sie kennen keine Verbote, keine Dogmen, keine Epochen. Sie wachsen unverändert weiter. Verloren ging nicht die Substanz, sondern der Mut zuzuhören.

Die Klöster wählten das Schweigen. Der Amazonas wählte die Kontinuität. Asien wählte das Gleichgewicht. Die moderne Welt wählte die Analyse.

Doch irgendwo zwischen Traum und Gebet, zwischen Blatt und Manuskript, existiert noch immer ein Wissen, das nicht gelehrt, sondern erkannt wird.

Das ist die pflanzliche Erinnerung.
Und sie verlangt nicht genutzt zu werden – nur erinnert.


Das verbotene Herbarium – Pflanzen, die Wissen und Träume öffnen

Entdecke die vollständigen Geschichten der sechs verbotenen Pflanzen, ihre geheimen Kombinationen und die verborgenen Kräfte, die seit Jahrhunderten überliefert werden. Tauche ein in eine Welt zwischen Heilkunst, Traum und Erkenntnis – ein kleines Herbarium, das Wissen öffnet und inspiriert.

📖 Jetzt das PDF herunterladen und in die Schwellenwelt der Pflanzen eintreten: https://ko-fi.com/s/40543b783a

Inspiration & Quellen 

– Mittelalterliche europäische Herbariumschriften (12.–15. Jh.)
– Frühe monastische Texte über Traum und geistige Unterscheidung
– Ethnobotanische Studien aus dem Amazonasgebiet
– Überlieferungen zu sogenannten „lehrenden Pflanzen“


Amarant – die Pflanze, die nicht vergeht

 

Amarant 

Es gibt Pflanzen, die man nicht nur betrachtet oder nutzt, sondern die man in sich trägt. Pflanzen, die bleiben.
Der Amarant gehört zu ihnen – eine Pflanze, der ich mich in letzter Zeit bewusst angenähert habe.

Sein Name stammt aus dem Altgriechischen amarantos und bedeutet „der Unverwelkliche“. Schon dieses Wort deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Pflanze handelt. Der Amarant steht für Beständigkeit, für Leben, das nicht einfach vergeht, auch wenn vieles andere verschwindet.

Er wächst aufrecht, mit dichten, oft tief rot-purpurnen Blütenständen, die an stille Flammen erinnern. In alten Kulturen war diese Farbe kein bloßer Schmuck, sondern ein Zeichen von Lebenskraft und innerer Stärke.

Eine alte Pflanze mit langer Geschichte

Der botanische Gattungsname Amaranthus umfasst zahlreiche Arten. In der Antike und vor allem in den präkolumbischen Kulturen Mittel- und Südamerikas galt der Amarant als eine der wichtigsten Nutzpflanzen. Für die Azteken war er ein Grundnahrungsmittel – vergleichbar mit Mais oder Weizen – und wurde wegen seiner nährenden Samen hoch geschätzt.

In Europa hingegen geriet der Amarant im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Er wurde teils als Zierpflanze kultiviert, teils als Unkraut betrachtet. Doch wie sein Name es verspricht, blieb er dennoch erhalten – still wachsend, widerstandsfähig, unbeirrbar.

Amarant als Nahrung

Die Samen des Amarants sind klein, aber außergewöhnlich reich an Nährstoffen. Sie enthalten hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Eisen und Kalzium und sind von Natur aus glutenfrei. In früheren Zeiten schätzte man solche Pflanzen nicht wegen Trends, sondern weil sie den Menschen Kraft gaben und das Überleben sicherten.

Auch die Blätter des Amarants sind essbar. In vielen Regionen wurden sie ähnlich wie Spinat zubereitet und galten als leicht verdaulich und stärkend.

Traditionelle medizinische Verwendung

In der Volksheilkunde war der Amarant keine spektakuläre Heilpflanze, sondern eine stille Begleiterin. Seine Blätter wurden verwendet, um den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen, bei allgemeiner Schwäche oder in Zeiten der Erholung nach Krankheit.

Er versprach keine schnellen Wunder, sondern unterstützte den Körper sanft dabei, wieder ins Gleichgewicht zu finden.

Die symbolische Kraft des Unverwelklichen

Vielleicht liegt die tiefste Bedeutung des Amarants nicht in seiner äußeren Verwendung, sondern in seinem Symbolgehalt. Als „unverwelkliche“ Pflanze wurde er in alten Texten und Traditionen zum Sinnbild für Unvergänglichkeit, für die Seele, die bleibt, und für Wissen, das nicht verloren geht.

Auch in frühchristlichen und mittelalterlichen Zusammenhängen taucht der Amarant als Zeichen des ewigen Lebens und der Treue zum inneren Weg auf. Er erinnert daran, dass es im Menschen etwas gibt, das Zeit und Wandel überdauert.

Für Herz, Seele und gelebte Praxis

Der Amarant vereint, was altes Pflanzenwissen ausmacht: Er nährt den Körper, spricht die Seele an und lässt sich mit den Händen erfahren – durch Ernten, Zubereiten, Bewahren.

Er ist eine Pflanze, die wenig fordert und viel schenkt. Eine Pflanze der stillen Stärke. Vielleicht passt er deshalb so gut zu einer Sammlung kleiner Fragmente alten Wissens. Denn wahres Wissen ist nicht laut. Es vergeht nicht. Es bleibt.


Inspiration und Quellen:
– altgriechische Wortherkunft amarantos
– traditionelle Nutzung in präkolumbischen Kulturen
– europäische Volksheilkunde
– mittelalterlicher Pflanzensymbolismus

Misteln – Die Pflanze zwischen den Welten

 


Die Mistel war schon immer eine Pflanze, die Respekt einflößte. Sie wächst nicht im Boden, folgt nicht den üblichen Regeln der Pflanzenwelt und scheint zwischen Himmel und Erde zu schweben. Deshalb galt sie schon in der Antike als Pflanze der Geheimnisse, des Schutzes und der spirituellen Heilung.

Nur wenige wissen jedoch, wie streng die eigentliche Erntepraxis war und welche Geheimnisse diese Pflanze umgaben.

Spannend ist, dass ich beim Durchblättern eines alten Buches in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien eine seltene Information fand — etwas, worüber heute kaum jemand spricht:
Man glaubte, dass selbst der Schatten der Mistel kein Eisen berühren durfte, sonst würde ihre heilige Energie schwächer werden. Eisen galt als zu dichtes, „irdisches“ Metall, das die feine Verbindung der Mistel zu den höheren Ebenen unterbrach.


Das heilige Ernteritual

Für Druiden und manche mittelalterlichen Heiler war das Sammeln der Mistel ein heiliger Akt, fast ein religiöses Ritual. Alles geschah nach genauen Regeln:

  • Sie wurde nur mit einer goldenen Sichel geschnitten, einem Metall, das mit Sonnenlicht, Reinheit und göttlichem Schutz verbunden ist. Gold durfte die Energie der Pflanze nicht „verunreinigen“.

  • Die Mistel wurde in ein weißes Tuch gelegt, damit kein Blatt den Boden berührt — sonst würde ihre magische Kraft verloren gehen.

  • Der Sammler durfte kein Eisen bei sich tragen.

  • Die Mistel wurde in Holz- oder Keramikgefäßen aufbewahrt — niemals in Metallgefäßen.

  • Die Ernte erfolgte meist zur Wintersonnenwende, wenn die „Tore zwischen den Welten“ als besonders offen galten.

Diese strenge Sorgfalt resultierte aus dem Glauben, dass die Mistel nicht vollständig zur irdischen Welt gehört. Sie ist eine „intermediäre“ Pflanze, ein Bogen zwischen den Energien: Sie ernährt sich nicht aus dem Boden, wächst nicht im Himmel, sondern lebt an der Grenze.


Mistel und ihre verborgenen Rituale

In den europäischen Traditionen galt die Mistel als eine der mächtigsten magischen Pflanzen. Hier einige weniger bekannte Anwendungen:

1. Das Ritual der drei Stille-Momente

Ein wenig bekanntes Ritual besagte, dass der Heiler drei Momente der Stille bewahren musste:

  • vor dem Schneiden der Pflanze

  • beim Platzieren in das weiße Tuch

  • und beim Ablegen an dem Ort, an dem sie getrocknet werden sollte

Diese Stille diente dazu, die Energie der Pflanze „einzuschließen“.

2. Prophetische Träume

Ein Mistelblatt unter dem Kissen in der Nacht der Sonnenwende sollte einen klaren Traum ermöglichen — sei es über Gesundheit oder den Lebensweg. Man glaubte, die Mistel, als Pflanze zwischen den Welten, „übersetze“ Botschaften, die der Mensch bewusst nicht wahrnehmen konnte.

3. Schutz vor destruktiven Energien

Manche mittelalterlichen Mönche hängten kleine Mistelzweige in Bibliotheken oder an Orte, wo Manuskripte aufbewahrt wurden, um sie vor Neid, Missgunst oder störenden Energien zu schützen. Diese Praxis ist wenig bekannt, taucht aber in einigen klösterlichen Chroniken auf.

4. Rituale der Versöhnung

In der nordischen Volksüberlieferung standen zwei zerstrittene Personen unter einem Mistelzweig, um Frieden zu schließen. Er symbolisierte die „Brücke zwischen den Welten“ und zugleich die Brücke zwischen Menschen.


Mistel zur Sonnenwende – Öffnung eines neuen Zyklus

Die Wintersonnenwende war der heiligste Moment für die Mistel. Man glaubte, dass sie:

  • das Haus vor den „Schatten des vergangenen Jahres“ schützt

  • Ruhe in die Familie bringt

  • den Geist klärt

  • und alles fernhält, was „dunkel oder disharmonisch“ ist

Deshalb wurden Mistelzweige an Türen, Fenstern oder im Gebetsraum der Häuser angebracht.


Mistel – zwischen Magie und Medizin

Neben ihrer rituellen und schützenden Rolle wurde die Mistel bereits im Mittelalter auch als Heilpflanze genutzt. Mönche und Heiler verwendeten sie, um den Blutdruck zu regulieren, das Nervensystem zu beruhigen oder das energetische Gleichgewicht des Körpers zu unterstützen. Meist wurden Blätter und Zweige getrocknet und als Aufguss oder Dekokt zubereitet, jedoch immer mit großer Vorsicht, da die Pflanze bei unsachgemäßer Anwendung giftig sein kann.

Heute werden Mistelpräparate nur in kontrollierten Dosen verwendet, und für den inneren Gebrauch wird immer eine fachliche Beratung empfohlen. In den klösterlichen Ritualen wurden Misteln eher für sanfte Aufgüsse oder Räucherungen genutzt, um Räume zu reinigen und Energien auszugleichen – eine Kombination von medizinischer Kraft und spiritueller Wirkung.


Warum fasziniert sie noch heute?

Die Mistel erzählt von Balance.
Sie gehört weder vollständig zur Erde noch zum Himmel.
Sie ist keine gewöhnliche Pflanze, kein klassisches Parasit, sondern etwas dazwischen — eine Brücke, ein Vermittler.

Vielleicht deshalb wird sie seit jeher mit Schutz, Heilung der Seele, Versöhnung und Klarheit des Geistes verbunden.

Wie die Druiden ihre Pflanzen sammelten – Zeiten, Rituale und verlorenes Wissen


Es gibt Wissen, das nicht in Büchern steht. Wissen, das man nur findet, wenn man frühmorgens über feuchte Wiesen geht, wenn der Nebel noch tief hängt und die Pflanzen aussehen, als würden sie atmen. Die Druiden kannten dieses Wissen. Für sie waren Pflanzen keine „Rohstoffe“, sondern Verbündete – Wesen, die man nur dann um Hilfe bitten durfte, wenn man die Regeln der Natur respektierte.

Alles, was wir heute über ihre Praktiken wissen, stammt jedoch aus den Schriften anderer – mittelalterlicher Mönche, antiker Autoren wie Plinius und Caesar, und aus mündlichen Überlieferungen, die über Jahrhunderte hinweg weitergegeben wurden. Die Druiden selbst hinterließen keine eigenen Texte; ihr Wissen lebte in Ritualen, Worten und Gesten, die nur innerhalb ihres Kreises geteilt wurden.

In diesem Artikel möchte ich dir einen Einblick in die alten Sammelregeln geben: wann, wie und unter welchen Bedingungen Pflanzen geerntet wurden, um ihre volle Kraft zu entfalten.
Ein Teil dieses Wissens ist heute fast verloren – aber nicht vollständig.

Heilpflanzen zur Erdung – wenn du dich nicht zu Hause in dieser Welt fühlst


Es gibt Zeiten im Leben, in denen man durch den Tag geht und spürt, dass man eigentlich an einem anderen Ort sein müsste. Ein leiser Abstand zwischen dir und der Welt, die dich umgibt. Worte erreichen dich nicht vollständig, Geräusche wirken zu laut, Erwartungen zu schwer. Und irgendwo tief in dir entsteht dieser Gedanke: Ich bin hier, aber ich gehöre nicht wirklich dazu.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl gut. Dieses leichte Schwanken, körperlich oder seelisch. Dieses innere Ziehen, das nicht ganz Angst ist, sondern eher eine Müdigkeit der Seele.
Die Welt fühlt sich fremd an, zu schnell, zu laut oder zu eng. Und während alle anderen ihren Weg zu kennen scheinen, suchst du nach einem Ort in dir selbst, der sicher ist.

In alten Klöstern wurde dieses Gefühl seit Jahrhunderten beschrieben. Die Mönche nannten es das „Schweben des Geistes“ – ein Zustand, in dem Herz und Körper nicht mehr im gleichen Rhythmus gehen. Für diese Menschen gab es Pflanzen, die nicht nur beruhigten, sondern den Geist wieder an den Körper banden. Pflanzen, die erden.

Im Folgenden findest du vier solcher Pflanzen. Jede von ihnen ist wie eine kleine Brücke zurück zu dir selbst.


Baldrian – die Wurzel, die dich wieder in den Körper holt

Baldrian ist keine zarte Pflanze. Sie arbeitet tief. Die Wurzel trägt eine schwere, erdige Kraft, die den zerstreuten Geist zurück ins Innere zieht.
Für Menschen, die sich „neben sich“ fühlen, kann Baldrian ein erster Anker sein. Ein Baldriantee am Abend oder ein Bad für die Füße mit Baldrianwurzel schafft ein Gefühl von Rückkehr: Der Körper wird ruhiger, der Boden stabiler.


Melisse – der stille Begleiter für ein überreiztes Herz

Melisse ist für diejenigen, die zu viel wahrnehmen, zu schnell reagieren, zu stark fühlen.
Sie beruhigt nicht nur, sie ordnet. Die Mönche nannten sie „Herzensfrieden“, weil sie jene innere Unruhe löst, die dich aus der Welt drängt.
Mit Melisse findet der Atem einen ruhigeren Rhythmus, und das Gefühl der Fremdheit wird schwächer.


Alantwurzel – die Wurzel, die Wärme und Mut zurückbringt

Alant ist die Pflanze der inneren Stärke. Sie wurde genutzt, wenn Menschen das Gefühl hatten, ihre Mitte verloren zu haben.
Die Wurzel bringt Wärme in den Bauchraum – genau dort, wo Angst, Stress und Verunsicherung sich oft sammeln.
Alant gibt Stabilität, Kraft und ein Gefühl innerer Aufrichtung.
Für viele ist sie wie ein stilles „Ich bin wieder da“.


Weihrauch – der Atem der Klarheit

Weihrauch ist harzig, klar und alt. Trotz seiner himmlischen Note erdet er tiefer als viele Wurzeln.
Der Duft holt den Geist aus Gedanken und Sorgen zurück ins Jetzt.
Er klärt den Raum und den inneren Zustand.
Für Menschen, die sich fremd in ihrem eigenen Leben fühlen, kann eine kleine Weihrauchschale am Abend wie eine Rückkehr in die Stille sein.


Warum diese Pflanzen helfen

Nicht weil sie „magisch“ sind. Sondern weil der Körper oft vor dem Geist erkennt, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Erdende Pflanzen wirken dort, wo Gedanken nicht mehr helfen: im unteren Körper, im Atem, im Herzschlag.
Sie verlangsamen, verdichten, wärmen und holen dich zurück in deinen eigenen Rhythmus.

Wenn der Körper zur Ruhe kommt, findet die Seele den Weg nach Hause.


Manchmal schreibe ich solche Texte, weil ich selbst das Gefühl habe, nirgends richtig dazuzugehören.Weil mir die Welt zu laut wird, zu schnell, zu hart — und ich dann nach einem Ort suche, an dem ich wieder atmen kann. Nicht draußen, sondern in mir.

Heilpflanzen zur Erdung sind für mich keine Magie und kein „Sofort-Heilmittel“.
Aber sie sind kleine Wegweiser.
Sie erinnern mich daran, dass mein Körper ein Zuhause ist, das ich immer wieder betreten darf.
Dass ich zurückkehren kann — zu meinem Rhythmus, zu meinem Boden, zu mir.

Kraftvolle Heilpflanzen gegen Krebs, Parasiten und zur Stärkung des Körper

 


Manchmal, wenn ich die alten Manuskripte der Mönche lese oder die Geschichten aus der klösterlichen Medizin studiere, habe ich das Gefühl, dass der Mensch sich kaum verändert hat. Wir haben dieselben Ängste – Krankheit, Schwäche, das Unbekannte, das in uns wachsen kann, ohne dass wir es merken. Pflanzen waren niemals Magie, sondern vielmehr eine Sprache der Natur. Sie sind Unterstützung, keine Wunderlösung.

In diesem Artikel habe ich Heilpflanzen für dich zusammengestellt, die wissenschaftlich belegte Wirkungen auf den Körper haben: einige tragen zum Zellschutz bei, andere unterstützen die Immunbalance, und wieder andere haben antiparasitäre Eigenschaften.

Lokale und kombinierte Heilpflanzen mit realen Effekten

  • Schafgarbe (Achillea millefolium) + Klette (Arctium lappa)
    – Unterstützen die Leber, reinigen das Blut und schützen die Zellen vor oxidativem Stress.
    – Traditionell verwendet zur Reinigung des Körpers und Stärkung des Immunsystems.

  • Majoran (Origanum majorana) + Thymian (Thymus vulgaris) + Knoblauch (Allium sativum)
    – Antiparasitär, antibakteriell, unterstützt die Verdauung und den natürlichen Schutz des Körpers.
    – Von alten Mönchen genutzt zur „Reinigung“ des Körpers von negativen Energien und Toxinen.

  • Wermut (Artemisia absinthium) + Nelken (Syzygium aromaticum) + Oregano (Origanum vulgare)
    – Bekämpfen Darmparasiten und Bakterien, unterstützen die Verdauung und das Immunsystem.
    – Traditionell als „grüner Schutzschild“ gegen äußere Einflüsse angesehen.

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum) + Schachtelhalm (Equisetum arvense) + Kurkuma (Curcuma longa)
    – Unterstützen Leber, Entgiftung, emotionale Balance und Zellschutz.
    – In klösterlichen Traditionen für mentale Klarheit und Vitalität genutzt.

  • Spirulina + Minze + Zitrone + Ingwer
    – Moderne Kombination: entgiftend, energetisierend, antioxidativ und immunstärkend.
    – Ritual: bewusst trinken und sich vorstellen, wie die Kraft der Pflanzen den Körper reinigt und vitalisiert.

Nicht alle Heilpflanzen wirken wie Zaubertränke, aber richtig eingesetzt können sie zu echten Verbündeten werden. Wenn wir sie mit Absicht und Gebet begleiten, spüren wir ihre Kraft auch im Seelenleben.

Ich habe für dich eine spezielle Liste mit Heilpflanzen und Zubereitungsarten vorbereitet, in der beschrieben wird, für welche Beschwerden sie eingesetzt werden können, wie man sie richtig anwendet, um ihre Kraft zu aktivieren, begleitet von Ritualen und Gebeten, inspiriert von der monastischen Weisheit und den Druiden-Traditionen, damit Körper und Seele im Einklang mit der Natur gestärkt werden. 

Hier findest du meine ausführliche Kräuterliste mit Ritualen und Zubereitungen:
👉 https://ko-fi.com/s/936287ddfa

Engelwurz – Die himmlische Wurzel des Winters



Wenn die Tage still werden und die Kälte die Erde bedeckt, spüre ich jedes Jahr aufs Neue, wie sehr der Winter nach innerer Stärke verlangt. In dieser Zeit greife ich gern zu den alten Kräutern der Klöster – zu jenen Pflanzen, die nicht nur den Körper nähren, sondern auch die Seele erinnern. Eine dieser Pflanzen ist die Engelwurz – Angelica archangelica.

Sie trägt etwas Erhabenes in sich, etwas, das über die reine Heilwirkung hinausgeht. Schon ihr Name klingt wie ein Gebet. „Engelwurz“ – als hätte ein himmlischer Bote selbst ihre Wurzeln in die Erde gelegt, um uns durch die dunkle Jahreszeit zu führen.

Ein göttliches Zeichen in Zeiten der Krankheit

Laut alten Überlieferungen erschien die Engelwurz während einer Pestepidemie im 14. Jahrhundert in den Träumen eines frommen Mönchs. Der Erzengel Michael soll ihm gezeigt haben, dass die Wurzel der Pflanze vor Krankheit und bösen Einflüssen schützt. So erhielt sie ihren Namen – Angelica archangelica, die „Engelspflanze des Erzengels“.

Auch Hildegard von Bingen schrieb über die Pflanze in ihren medizinischen Schriften:

„Die Engelwurz ist warm und hilfreich gegen die Fäulnis im Menschen. Sie stärkt das Herz und vertreibt die schädlichen Geister.“

In den Klöstern wurde sie sowohl körperlich als auch geistig angewendet. Mönche trugen kleine Stücke der getrockneten Wurzel in ihren Taschen, um sich vor Pest, bösem Blick und seelischer Schwäche zu schützen.


Wie die Engelwurz verwendet wurde

Innerlich:
Die Wurzel wurde in Wein eingelegt, um daraus einen heilenden Trank zu bereiten, der Magen, Lunge und Blut reinigte. Besonders im Winter galt dieser Trunk als Stärkung für Körper und Geist.
Auch in Kräuterpulvern gegen Erkältungen, Fieber und Schwäche spielte Engelwurz eine Hauptrolle.

Äußerlich:
Aus den Blättern und der Wurzel wurden Salben hergestellt, die gegen Rheuma, kalte Glieder und Brustbeschwerden halfen.

Rituell:
In manchen Klöstern wurde Engelwurz während der Wintersonnenwende verräuchert – als Symbol des Lichts, das das Dunkel vertreibt. Die Mönche glaubten, dass ihr Duft die Luft reinigte und die Seele beruhigte.

Natürliche Vitamin C Quellen für den Winter – Strahlende Haut aus der Natur

Vitamin C Serum


Der Winter kann unsere Haut besonders beanspruchen: Kälte, trockene Heizungsluft und kurze Tage verlangen nach einer extra Portion Pflege. Eine natürliche Unterstützung liefert Vitamin C, das die Haut stärkt, schützt und zum Strahlen bringt.

Wichtige Pflanzen für die Winterzeit

  • Hagebutten: Klein, aber reich an Vitamin C, stärken die Abwehrkräfte und fördern die Hautregeneration.

  • Acerola: Eine tropische Kirsche mit extrem hohem Vitamin C-Gehalt, ideal für die kalte Jahreszeit.

  • Camu Camu: Ein Naturwunder aus Südamerika, das hilft, die Haut widerstandsfähig zu halten.

  • Sanddorn: Bekannt für seine antioxidative Kraft, unterstützt die Haut gegen Umweltstress.

Wir bei The Monastic Herbarium extrahieren Vitamin C aus diesen Pflanzen in höchster Qualität, mit größter Sorgfalt, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben – natürlich, handgemacht und pflanzlich.

Tägliche Pflegeroutine mit Vitamin C Serum

  1. Reinigung: Sanftes Waschen von Gesicht, Hals und Dekolleté.

  2. Serum: 2–3 Tropfen des 3-in-1 Vitamin C Bio-Serums auf die noch feuchte Haut auftragen.

  3. Massage: Leicht einmassieren, bis das Serum vollständig eingezogen ist.

  4. Feuchtigkeit: Optional eine Tages- oder Nachtcreme auftragen, um die Pflege abzurunden.

Diese Routine stärkt die Haut, sorgt für Strahlkraft und Vitalität, selbst in der kalten Jahreszeit.

👉 Entdecke unser Vitamin C Serum und bringe die Kraft der Natur direkt in deine Winterpflege: monasticherbs.com/products/3-in-1-vitamin-c-bio-serum

Maronen – Die heilende Kraft der Edelkastanie im Klosterwissen von Hildegard von Binge

 


Hildegard von Bingen schrieb der Edelkastanie eine besondere Kraft zu: Sie helfe, das Herz zu festigen und die Melancholie zu vertreiben. Für sie war die Kastanie ein Symbol des Lichts – ein Baum, der den Menschen in dunklen Zeiten Hoffnung schenkt.

Wenn die ersten Herbstnebel kamen, sammelten die Brüder die glänzenden Früchte, trockneten oder rösteten sie und bewahrten sie sorgfältig für die kalten Monate auf. Doch hinter dieser schlichten Tätigkeit verbarg sich tiefes Wissen: die Erkenntnis, dass Nahrung auch Heilung sein kann.

Hildegard von Bingen schrieb in ihrer Physica, dass der Kastanienbaum „eine große Kraft in sich trägt, um das Gehirn zu stärken und die Melancholie zu vertreiben“. Sie empfahl, regelmäßig Maronen zu essen, um den Geist zu klären und das Herz zu festigen. Für sie war die Kastanie eine Pflanze des Lichts – eine, die den Menschen aufrichtet und ihm seelische Ruhe schenkt.

In den Klosterküchen wurden Maronen zu Mehl gemahlen und mit Honig vermischt, um Kranke und Schwache zu nähren. Geröstete Maronen galten als sanftes Mittel gegen Magenbeschwerden und körperliche Erschöpfung. Die Mönche wussten, dass die Wärme der Kastanie nicht nur den Körper stärkt, sondern auch die Seele tröstet.

Weniger bekannt ist, dass die Edelkastanie im klösterlichen Symbolismus als „Baum der Freundschaft“ galt. Ihre Frucht, verborgen unter einer stacheligen Schale, erinnerte die Mönche daran, dass das Gute im Leben oft geschützt und verborgen liegt – bis der richtige Moment kommt, es zu öffnen.

Wenn ich heute durch den Herbstwald gehe und den Duft gerösteter Maronen rieche, denke ich an diese stille Weisheit zurück. Die Kastanie war einst Nahrung, Heilmittel und Gebet in einem – ein Sinnbild dafür, dass die wahre Heilung oft in der Einfachheit beginnt.


Hier ist ein beliebtes Rezept aus der Klostertradition

Maronen mit Honig – Nahrung für Herz und Seele

In den Klöstern wurden Maronen häufig als einfache, aber nährende Speise zubereitet. Dieses Rezept wurde vor allem in den Benediktinerklöstern überliefert und galt als Stärkung für Körper und Geist – besonders im Herbst und Winter.

Zutaten:

  • 200 g Maronen (vorgekocht oder frisch geröstet)

  • 2 EL Honig (am besten Wald- oder Kastanienhonig)

  • 1 Prise Salz

  • Etwas Mandelmilch oder Wasser

Zubereitung:

  1. Maronen schälen und fein zerdrücken, bis eine cremige Masse entsteht.

  2. Honig und Salz hinzufügen.

  3. Nach und nach etwas warme Mandelmilch oder Wasser einrühren, bis die Masse weich und streichfähig wird.

  4. Lauwarm servieren, wie es einst die Mönche taten – in kleinen Tonschalen.

Diese einfache Speise wurde bei Erschöpfung, Melancholie und Genesung empfohlen.
Hildegard von Bingen schrieb, dass „die Süße des Honigs das Herz erfreut, während die Kastanie den Geist stärkt“.
Ein Löffel davon war wie eine kleine Gebetszeit – still, wohltuend und voller Dankbarkeit.


Quellen:

  • Hildegard von Bingen: Physica, Buch III

  • Lexikon der Klostermedizin, 2010

Hagebutten – Die rote Kraft der Mönche

Hagebutten 

Es war ein kühler Herbstmorgen, als ich an einem unscheinbaren Wegrand stand. Vor mir leuchteten kleine rote Früchte, wie winzige Lichter inmitten der verblassenden Natur. Ich blieb stehen und spürte, dass diese Hagebutten mehr waren als bloße Früchte. Sie erzählten mir von Stärke, von Überleben, von Hoffnung – Dinge, die auch mein Herz gerade brauchte.


Die Hagebutte im Klosterwissen

Mönche und Nonnen des Mittelalters kannten diesen stillen Schatz gut. Für sie war die Hagebutte nicht nur ein Heilmittel, sondern auch ein Symbol.
Sie lehrten: selbst wenn Blätter fallen und Blüten verschwinden, schenkt uns die Schöpfung einen letzten, stillen Vorrat an Kraft.

Die heilige Hildegard von Bingen empfahl Hagebutten bei Schwäche, für Lunge und Magen. Für sie waren sie „eingefangenes Licht“ – eine stille Sonne, die den Körper wärmt und stärkt, wenn die Tage dunkel werden.


Heilende Kraft und Botschaft

Heute bestätigt die Wissenschaft, was die Klöster schon wussten:

  • Hagebutten sind reich an Vitamin C und stärken die Abwehrkräfte.

  • Als Tee getrunken, bringen sie Wärme und Linderung bei Erkältungen.

  • Ihr Pulver hilft gegen Gelenkschmerzen und Entzündungen.

  • Marmelade oder Mus aus Hagebutten nährt nicht nur den Körper, sondern schenkt auch Trost und Kindheitserinnerungen.

Doch ihre wahre Botschaft liegt vielleicht darin, wann sie erscheinen: genau dann, wenn das Leben sich zurückzieht, wenn die Natur still wird. Gerade dann beginnen sie zu leuchten.


Eine stille Lehre fürs Herz

Die Hagebutte lehrt uns Geduld. Sie zeigt, dass selbst im Rückzug eine Kraft in uns wächst, die wir oft erst in dunklen Zeiten entdecken.
So wie die Mönche ihre roten Früchte sammelten und sorgfältig für den Winter aufbewahrten, so können auch wir lernen, unsere inneren Kräfte zu bewahren – um daraus zu schöpfen, wenn das Leben kalt und schwer wird.


Schlusswort

Wenn ich heute an einem Busch voller Hagebutten vorbeigehe, spüre ich, wie stilles Vertrauen mein Herz erfüllt. Sie sagen leise:
„Halte durch. Auch in deinem Winter glüht ein rotes Licht in dir.“

Vielleicht ist das das größte Geschenk dieser kleinen Früchte: nicht nur Heilung für den Körper, sondern Trost für die Seele.

Bärlapp (Lycopodium clavatum) – die Pflanze der Befreiung von Süchten und zur Heilung der Leber

 

Bärlapp  (Lycopodium clavatum)

Ich traf einmal einen Mönch, der mir mit ruhiger Stimme gestand, er sei 30 Jahre lang Alkoholiker gewesen. Ein schwerer, langer Kampf, mit vielen Rückfällen und wenigen Siegen. Doch eines Tages begegnete ihm eine kleine, unscheinbare Pflanze, immergrün, einem winzigen Tannenbaum ähnlich: der Bärlapp (Lycopodium clavatum).

„Diese Pflanze“, sagte er, „half mir, meine Süchte loszulassen. Vom Alkohol, vom Tabak, ja sogar von der endlosen Zeit vor den Bildschirmen und der Abhängigkeit von Spielen … Bärlapp schenkt dir nicht nur Kraft für den Körper, sondern auch für den Willen.“

Seine Worte machten mich neugierig. Ich begann zu forschen, in alten Handschriften und im Volkswissen zu suchen. Und das habe ich herausgefunden …


Bärlapp – das grüne Geheimnis der Berge

Bärlapp wächst in Nadelwäldern und auf steinigen Berghängen. Seine langen, kriechenden Stängel sind von kleinen, schuppenartigen Blättern bedeckt. An den Enden erscheinen gelbliche Sporenähren, die feines, goldenes Pulver tragen – fast wie ein Hauch von Zauber.

In der Kloster- und Volksmedizin galt diese Pflanze seit jeher als Helfer für Leber, Nieren und für Menschen, die an Süchten leiden.

  • Für Alkoholkranke – stark verdünnte Tees aus Bärlapp wurden zur Unterstützung der Leber eingesetzt.

  • Für Raucher – Bärlapp unterstützt die Entgiftung der Atemwege und lindert die Folgen des Tabakkonsums.

  • Für moderne Süchte – alte Mönchsschriften berichten, dass Bärlapp den Willen stärkt und den Menschen aus der „Knechtschaft der Begierden“ befreit – sei es Alkohol, Nikotin oder die Abhängigkeit von Spielen und Bildschirmen.


Klösterliche Überlieferung

In mittelalterlichen Kräuterbüchern wird Bärlapp als „Pflanze der Befreiung“ beschrieben. Die Mönche nutzten ihn in Verbindung mit Gebet und Fasten und sahen darin ein Geschenk, das den Menschen zu einem reinen, maßvollen Leben führt.

Auch im Volksglauben spielte er eine wichtige Rolle:

  • Bärlapp wurde gegen Rheuma, Koliken, Gallen- und Verdauungsbeschwerden verwendet.

  • Die goldenen Sporen dienten als heilendes Pulver bei Wunden und Hautreizungen, da sie antiseptisch und stark aufsaugend wirken.


Kuriositäten

  • Die Sporen des Bärlapps sind extrem leicht entzündlich. Früher wurden sie als Blitzpulver für Theater, Feuerwerke und frühe Fotografie verwendet.

  • In der Volksmagie galt Bärlapp als Schutzpflanze, die nur mit Ritualen gesammelt werden durfte.

  • Seine Form, einem kleinen Tannenbaum gleich, wurde als Symbol für Widerstandskraft und Erneuerung gedeutet.


Vorsicht

Bärlapp ist eine giftige Pflanze, wenn er falsch verwendet wird.

  • Die grünen Pflanzenteile dürfen niemals ohne Fachwissen innerlich angewendet werden.

  • Die Sporen sind ungiftig, können jedoch bei zu großer Menge die Atemwege reizen.

  • Eigenbehandlung ist nicht ratsam – der Rat eines Phytotherapeuten oder Arztes ist unerlässlich.


Ein Gebet mit Bärlapp

„Herr, schenke mir die Kraft,
mich von allem zu lösen,
was meine Seele bindet.
So wie der Bärlapp standhaft im Schatten wächst,
lass auch meinen Willen stark sein im Licht deiner Gnade.“


Der Bärlapp bleibt ein Paradox der Natur: klein, aber mächtig; heilend und zugleich gefährlich; ein Freund des Suchenden, doch eine Prüfung für den Unachtsamen.

Die Worte des Mönchs hallen in mir nach:
„Nicht die Pflanze selbst hat mich geheilt, sondern der Wille, den sie in mir erweckt hat. Der Bärlapp ist nur ein Zeichen dafür, dass Gott selbst in den verborgensten Winkeln des Waldes Heilmittel für Körper und Seele hinterlassen hat.“

Rohrkolben – der verborgene Schatz der Stillgewässer in den Augen der Mönche

Typha latifolia

So oft ich am Ufer eines stillen Sees entlanggehe, wird mein Blick von den hohen Halmen angezogen, die an ihrer Spitze ein braunes „Würstchen“ tragen. Es ist der Rohrkolben (Typha latifolia), eine Pflanze, die unscheinbar wirkt, aber eine Fülle von Bedeutungen und Gaben in sich trägt. Im Mittelalter sahen die Mönche in seiner Präsenz ein Zeichen des verborgenen Überflusses in den demütigsten Orten – dort, wo das Wasser das Leben im Stillen nährt.

Praktische und alltägliche Verwendung

Unsere Vorfahren wussten, dass der Rohrkolben weit mehr ist als eine einfache Sumpfpflanze:

  • Die langen, widerstandsfähigen Blätter wurden getrocknet und zu Matten, Körben und sogar Dachabdeckungen verflochten.

  • Der braune, wattige Fruchtstand diente als Isoliermaterial, als Kissenfüllung oder als natürlicher Zunder zum Feuermachen.

  • Die Stängel konnten als leichte Baumaterialien in den Werkstätten der Klöster verwendet werden.

So galt der Rohrkolben als „Ressource der Armen“ – eine Pflanze, die dem einfachen Leben alles schenkte, was nötig war.

Der Rohrkolben in den Augen der mittelalterlichen Mönche

In alten Schriften wird erzählt, dass die Mönche im Rohrkolben ein Symbol der Demut sahen: eine Pflanze, die nichts verlangt, still am Wasser lebt und doch Nahrung, Wärme und Schutz schenkt. Für die Mönche, die in abgeschiedenen Klöstern nahe bei Seen und Sümpfen lebten, war der Rohrkolben eine Lektion über die göttliche Einfachheit der Natur.

Ein monastisches Manuskript erwähnt: „Gott legte in das Moor eine verborgene Speise und eine Hülle für den Bedürftigen.“ Darin erkannten die Mönche einen stillen Segen – den Reichtum, der nicht im Gold liegt, sondern in den verborgenen Gaben der Erde.

Essbare Teile des Rohrkolbens

Nur wenige wissen, dass der Rohrkolben auch essbar ist:

  • Die Rhizome (dicken Wurzeln) können gekocht, gebacken oder getrocknet und zu Mehl vermahlen werden. In Hungerzeiten nutzten die Mönche sie als Brot-Ersatz.

  • Die jungen Triebe, roh oder gekocht, schmecken ähnlich wie Gurken.

  • Der gelbe Blütenstaub wurde gesammelt, über Speisen gestreut oder mit Mehl vermischt – eine natürliche Bereicherung für das Brot.

So war der Rohrkolben eine einfache, reine Fastenspeise – ein Geschenk des Wassers, das von den Mönchen als Segen empfangen wurde.

Schlussgedanke

Heute gehen wir oft achtlos am Rohrkolben vorbei. Doch für die Menschen früherer Zeiten war er ein wahrer Schatz der Stillgewässer – ein Symbol der Demut, eine Quelle von Nahrung und Geborgenheit. Vielleicht lohnt es sich, ihn wieder mit dankbarem Blick zu betrachten, so wie die mittelalterlichen Mönche es taten: als eine Gabe Gottes, verborgen in der Stille des Wassers.

Klette – Die vergessene Klosterpflanze zwischen Wurzelkraft und Blütenpracht

Arctium lappa

Vor einigen Tagen stieß ich auf ein altes Zeugnis eines Mönchs, der mit großer Ehrfurcht über die Klettwurzel sprach. Er nannte sie „die Wurzel, die das Blut reinigt und die Haut erhellt“. Diese Worte berührten mich, und ich dachte: Diese Geschichte möchte ich auch mit euch teilen.

Wir alle kennen die Klette – ihre großen Blätter und die stacheligen Köpfchen, die sich an unsere Kleidung heften. Im Erdreich verbirgt sich ihre Wurzel, kräftig, heilend und voller stiller Energie.

Doch wenn ich ehrlich bin, hat mich immer auch die oberirdische Gestalt dieser Pflanze tief beeindruckt. Die Klette erhebt sich hoch, dominant, fast herrschaftlich. Ihre stacheligen Blütenköpfe wirken wie kleine Kronen, stark und solide – und zugleich tragen sie eine Schönheit, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Zwischen den groben Blättern und den purpurfarbenen Blüten zeigt sie eine Wucht, die man nicht übersehen kann.

Die Mönche sammelten die Wurzeln im Herbst, wenn die Pflanze ihre gesamte Kraft in die Erde zurückzieht. Daraus bereiteten sie bittere Abkochungen für Leber und Nieren, Tees zur Blutreinigung und Heilmittel für die Haut. Manche sagten sogar: „Die Haut ist der Spiegel der Seele“ – und deshalb sei die innere Reinigung ebenso wichtig wie die äußere.

Am meisten faszinierte mich jedoch die Symbolik, die sie dieser Pflanze zuschrieben. Die tief verankerte Klettenwurzel erinnerte sie daran, dass auch der Mensch fest verwurzelt sein muss: im Glauben, in gesunden Gewohnheiten, im Rhythmus der Natur. Ohne starke Wurzeln, so sagten sie, könne die Seele nicht wachsen.

Und so zeigt uns die Klette zwei Gesichter: unten verborgen die stille, heilende Kraft – oben sichtbar die stolze, dominante Schönheit ihrer Blüten. Beides zusammen macht sie zu einem wahren Geschenk der Natur.

Wenn ich an Feldern vorbeigehe, wo die Klette wächst, erinnere ich mich an diesen Mönch und seine Worte. Und dann sehe ich kein Unkraut mehr, sondern eine Pflanze voller Stärke und Schönheit – bereit, uns zu lehren, was Verwurzelung und Aufrichtung bedeuten.

Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex. ....