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Gewöhnliches Hirtentäschel – Zartes Frauenkraut mit großer Geschichte

 

Gewöhnliches Hirtentäschel

Zart, unscheinbar – und doch so stark.
Wie könnte ich jemals diese winzigen, herzförmigen Blätter vergessen?

Sie erinnern mich an barfuß durch Wiesen laufen, an staubige Feldwege, an die Magie der Kindheit.
Und doch ist diese Pflanze nicht nur Poesie – sie ist auch Medizin.

Eine Pflanze mit Geschichte

Das Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) gehört zu den Wildkräutern, die leicht übersehen werden – dabei war sie über Jahrhunderte hinweg ein fester Bestandteil der traditionellen Heilkunde. Schon im 16. Jahrhundert erwähnte Paracelsus diese Pflanze in seinen Schriften.

Er glaubte an das, was man heute als Signaturenlehre bezeichnet: Dass die äußere Form einer Pflanze Hinweise auf ihre Wirkung im menschlichen Körper gibt. Die kleinen herzförmigen Blätter und die kapselartigen Samenstände des Hirtentäschels – wie winzige Säckchen – ließen ihn an den Uterus, an das Blut, an das Weibliche denken.

Kein Wunder also, dass das Hirtentäschel seitdem als blutstillendes Kraut eingesetzt wurde – bei starken Monatsblutungen, nach Geburten oder bei offenen Wunden.

Heilpflanze der Frauen

Besonders in der Volksmedizin wurde Hirtentäschel zur Stärkung des weiblichen Körpers eingesetzt – sanft, aber wirkungsvoll. Noch heute kennt man es in der Phytotherapie als Mittel zur Regulierung des Zyklus, zur Linderung bei Wechseljahresbeschwerden und zur Förderung der Durchblutung.

Auch in den alten Kräuterbüchern findet sich diese kleine Pflanze. So beschrieb bereits Dioscurides – der berühmte griechische Arzt des 1. Jahrhunderts – in seinem Werk De Materia Medica ein Kraut mit ähnlicher Wirkung, das sehr wahrscheinlich das Hirtentäschel gewesen sein könnte. Er empfahl es bei inneren Blutungen und zur Förderung der Wundheilung.

Im Mittelalter griff auch Hildegard von Bingen in ihrer Naturheilkunde auf ein Kraut zurück, das dem Hirtentäschel stark ähnelt. Obwohl sie es nicht namentlich wie wir heute bezeichnete, legte sie besonderen Wert auf Pflanzen, die „vom Weiblichen sprechen“ – und deren Form oder Wuchs auf ihre Kraft im Bereich der Frauenheilkunde hinweist.

Ich finde es faszinierend, dass eine so kleine, zarte Pflanze so viel Kraft in sich trägt. Und dass ihr „unscheinbares“ Dasein sie nicht weniger wertvoll macht – im Gegenteil.

Eine Kindheitserinnerung

Vielleicht ist es genau das, was mich heute so berührt hat.
Dass ich sie fast übersehen hätte.
Dass sie „nur“ eine Wiesenpflanze ist – und doch so viel Bedeutung trägt.
Dass ich als Kind neben ihr saß, ohne zu wissen, dass sie einmal in meine Arbeit als Pflanzenfrau, als Sammlerin alter Weisheiten, zurückkehren würde.


Und du? Gibt es eine Pflanze, die dich an deine Kindheit erinnert?
Schreib sie mir gern in die Kommentare – ich liebe es, eure Geschichten zu lesen.

Ringelblume – Heilpflanze der Klöster & natürliche Hautpflege

 

Ringelblume im Klostergarten – Heilpflanze aus dem Mittelalter


Seit Jahrhunderten blüht sie in leuchtendem Orange in Klostergärten und Heilkräuterbüchern: die Ringelblume (Calendula officinalis). Diese zarte Pflanze war mehr als nur ein Schmuck im Beet – sie war eine Begleiterin der Heilkunst, der Hoffnung und der spirituellen Kraft.

Ursprung und Entdeckung

Die genaue Herkunft der Ringelblume ist nicht vollständig geklärt, doch sie wurde schon im Mittelalter in europäischen Klostergärten kultiviert. Besonders in Benediktinerklöstern, wie z. B. dem Kloster St. Gallen, wurde sie gezielt angebaut und medizinisch verwendet. Bereits im 12. Jahrhundert beschreibt die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen die leuchtende Blume als beruhigend und heilend für Haut und Seele.

Heilkraft der Ringelblume

Die Ringelblume enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:

  • Flavonoide

  • Saponine

  • ätherische Öle

  • Carotinoide

Diese Wirkstoffe machen sie zu einem wahren Alleskönner:

  • Wundheilung: beschleunigt die Regeneration der Haut

  • Entzündungshemmend: bei Ekzemen, Sonnenbrand oder Insektenstichen

  • Beruhigend: bei Hautreizungen und sensibler Haut

  • Pflege: als Creme oder Salbe beliebt – auch bei Babys

In der Klostermedizin wurde die Ringelblume in Tinkturen, Ölen, Salben und Tees verarbeitet – oft begleitet von Gebeten oder Segnungen.

Moderne Forschung und Wiederentdeckung

Im 20. Jahrhundert wurde die Wirkung der Ringelblume auch wissenschaftlich bestätigt. Der österreichische Kräuterpfarrer Johann Künzle lobte sie als eine der „kostbarsten Gaben der Schöpfung“. Heute findet man sie in Naturkosmetik, Homöopathie und pflanzlicher Medizin weltweit.

Spirituelle Bedeutung

Im Mittelalter galt die Ringelblume auch als Symbol der Demut und Reinheit. Ihre goldene Farbe erinnerte die Mönche an die göttliche Sonne – ein Licht, das durch Krankheit und Dunkelheit führt.

Fazit:

Die Ringelblume ist nicht nur eine Pflanze – sie ist ein Erbe klösterlicher Weisheit, eine Brücke zwischen Natur und Heilung. Wer sie heute pflanzt oder verwendet, nimmt Teil an einer alten Tradition, in der Pflanzenkraft und Glauben Hand in Hand gehen.

Kloster St. Gallen: Ein Blick in die klösterliche Pflanzenmedizin

 

Kloster St. Gallen 

Im Herzen der Schweiz liegt ein Ort voller Geschichte, Heilwissen und Spiritualität – das Kloster St. Gallen. Schon im frühen Mittelalter war dieses Benediktinerkloster ein Zentrum für klösterliche Heilkunst, in dem Pflanzen nicht nur als Nahrung, sondern auch als heilende Gabe Gottes galten. In diesem Beitrag tauchen wir ein in die faszinierende Welt der klösterlichen Pflanzenmedizin.

Die Geschichte des Klosters St. Gallen

Das Kloster wurde im 8. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der bedeutendsten geistigen und medizinischen Zentren Europas. Die Mönche sammelten, kultivierten und dokumentierten Heilpflanzen in ihren Klostergärten – inspiriert von antikem Wissen und christlicher Nächstenliebe.

Klostermedizin: Heilpflanzen und ihr Einsatz

Die Heilkunst im Mittelalter basierte auf dem Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Die Mönche des Klosters St. Gallen nutzten Pflanzen wie:

  • Salbei – zur Reinigung und Stärkung

  • Ringelblume – für Hautwunden und Entzündungen

  • Kamille – beruhigend und entzündungshemmend

  • Baldrian – gegen Schlaflosigkeit und Nervosität

Diese Pflanzen wurden in Form von Tees, Salben oder Tinkturen angewendet – oft begleitet von Gebeten und spiritueller Praxis.

Die Bedeutung der St. Galler Handschriften

Was das Kloster St. Gallen besonders macht, ist seine weltberühmte Bibliothek. In ihr befinden sich mittelalterliche Manuskripte über Heilpflanzen und medizinische Praktiken. Diese Texte geben uns heute wertvolle Einblicke in das Wissen der damaligen Zeit – ein Schatz für Kräuterkundige und Historiker gleichermaßen.

Das Erbe der klösterlichen Heilkunst heute

Auch wenn sich die Medizin seitdem stark verändert hat, leben viele Prinzipien der Klostermedizin weiter. Die Rückbesinnung auf natürliche Heilmittel, die Verbindung zwischen Natur und Spiritualität – all das ist aktueller denn je.

Fazit:
Das Kloster St. Gallen war mehr als nur ein religiöses Zentrum – es war ein Ort der Heilung, des Wissens und der Hoffnung. Wer heute über Heilpflanzen und ihre Geschichte schreibt, kommt an diesem Ort nicht vorbei. Seine klösterliche Kräuterkunst ist ein lebendiger Beweis für die zeitlose Kraft der Natur.

Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex. ....