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Die vergessene Pflanze bei Hyperthyreose: Herzgespann beruhigt Herz und Schilddrüse

Leonurus cardiaca


Manche Pflanzen wachsen still an alten Zäunen, in vergessenen Gärten, und warten darauf, von den richtigen Menschen entdeckt zu werden.

So ist es auch mit dem Herzgespann – Leonurus cardiaca. Diese Pflanze, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber tief arbeitet… genau dort, wo es wirklich zählt: im Herzen.


Mit der Diagnose Hyperthyreose (Basedow) habe ich angefangen, anders zu suchen. Nicht nach schnellen Lösungen – sondern nach echten.

Dabei bin ich auf Herzgespann gestoßen – eine Pflanze, die in der traditionellen Heilkunde seit Jahrhunderten bei nervösen Herzbeschwerden und unterstützend bei Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird.


Diese Pflanze enthält eine komplexe Mischung natürlicher Stoffe:
Iridoide, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Diterpene und Stachydrin.


Schon Paracelsus beschrieb, dass Herzgespann Herzklopfen lindern kann. Und das ist kein Zufall, denn bei einer Hyperthyreose gehört genau das zu den häufigsten Beschwerden:

👉 ein Herz, das nicht mehr zur Ruhe kommt.

Im Gart der Gesundheit (1485) wurde die Pflanze bereits für Herz und Magen empfohlen.
Auch Culpeper schrieb später, dass sie „melancholische Dämpfe vertreibt und das Herz stärkt“.


Herzgespann galt auch als typische Frauenpflanze. Es wurde bei Menstruationsbeschwerden, in den Wechseljahren und in Phasen innerer Unruhe eingesetzt.

Trotzdem wird es in der Schwangerschaft aufgrund seiner uteruskontrahierenden Wirkung nicht empfohlen.


In bäuerlichen Gärten war es eine geschätzte Pflanze, die früher zum Würzen von Linsen- und Erbsengerichten und sogar im Mittelalter zur Bierherstellung verwendet wurde.


Die Anwendungsgebiete sind vielseitig:

👉 nervös bedingte Herzbeschwerden
👉 Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen
👉 schneller Puls, innere Unruhe, Engegefühl in der Brust
👉 Bluthochdruck
👉 Magenkrämpfe
👉 Unterstützung bei Hyperthyreose
👉 Beruhigung des Nervensystems


Moderne Untersuchungen deuten darauf hin, dass Herzgespann über einen calciumantagonistischen Mechanismus wirkt. Das bedeutet eine Senkung des Blutdrucks, eine Verlangsamung der Herzfrequenz und eine Entlastung des Herzens.


Die Zubereitung ist einfach: als Tee, oft in Kombination mit anderen Heilpflanzen, oder als Tinktur aus den frischen, während der Blütezeit gesammelten Pflanzenteilen.


Die Urtinktur wird traditionell bei nervösen Herzbeschwerden eingesetzt und auch unterstützend bei Schilddrüsenüberfunktion verwendet. Auch wenn moderne klinische Studien noch begrenzt sind, ist die traditionelle Anwendung seit Jahrhunderten dokumentiert.

Corydalis (Lerchensporn): Wirkung auf das Nervensystem und Parkinson erklärt

 


Corydalis solida – eine Pflanze mit Wirkung auf das Nervensystem

Der Gefingerte Lerchensporn, auch Finger-Lerchensporn, Vollwurz-Lerchensporn oder Fester Lerchensporn genannt, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die im zeitigen Frühjahr in lichten Laubwäldern wächst. Sichtbar ist vor allem die Blüte, doch die entscheidenden Wirkstoffe befinden sich im unterirdischen Knollenbereich.

Die eigentliche Stärke dieser Pflanze liegt im Verborgenen – im Knollen, in dem sich aktive Substanzen konzentrieren, die direkt auf das Nervensystem wirken.


Inhaltsstoffe und Wirkung

Corydalis enthält Isochinolin-Alkaloide, darunter vor allem:

  • Tetrahydropalmatin (THP)
  • Bulbocapnin

Diese Substanzen wirken auf das zentrale Nervensystem und können die Dopaminrezeptoren beeinflussen. Genau aus diesem Grund wird die Pflanze wissenschaftlich untersucht.


Effekte

Basierend auf Studien und traditionellen Anwendungen:

  • schmerzlindernd (analgetisch)
  • beruhigend (sedativ)
  • krampflösend (antispastisch)
  • Einfluss auf dopaminerge Prozesse

Diese Eigenschaften erklären das Interesse an Corydalis im Zusammenhang mit:

  • Zittern
  • nervöser Anspannung
  • neurologischen Störungen
  • Symptomen im Kontext der Parkinson-Krankheit

Stand der Forschung

Moderne Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Alkaloide aus Corydalis:

  • an Dopaminrezeptoren binden
  • neuronale Signalwege beeinflussen
  • schmerzlindernd wirken können, ohne klassische Opioidmechanismen

Die Forschung ist jedoch noch nicht abgeschlossen, und die Pflanze ist kein anerkannter Standard in der Therapie neurologischer Erkrankungen.


In antiken Quellen gibt es keine eindeutigen Hinweise auf Corydalis solida im heutigen botanischen Sinne. Pflanzen aus derselben Gruppe wurden unter Begriffen wie „Kapnos“ (Fumaria) beschrieben, doch eine klare Zuordnung bleibt unsicher.

Das gezielte Interesse an Corydalis entwickelte sich deutlich später, insbesondere durch moderne Forschung und asiatische Medizinsysteme.


⚠️ Wichtiger Hinweis

Corydalis ist keine klassische Alltags-Heilpflanze.

  • enthält potente Alkaloide
  • falsche Anwendung kann toxisch sein
  • keine Verwendung als Tee oder Lebensmittel

Die Anwendung erfolgt ausschließlich in kontrollierten Extrakten.


Corydalis solida ist eine unscheinbare Pflanze mit nachweisbarer Wirkung auf das Nervensystem. Sie zeigt, dass einige Pflanzen nicht oberflächlich wirken, sondern direkt in zentrale Prozesse des Körpers eingreifen.

Gerade deshalb erfordert sie einen verantwortungsvollen Umgang und ein klares Verständnis ihrer Wirkung.

Heilpflanzen für das Nervensystem und den Schlaf in De Materia Medica

 
DE MATERIA MEDICA

Im antiken Werk De Materia Medica von Dioskurides finden wir eine Vielzahl von Pflanzen, die speziell zur Beruhigung des Geistes, zur Förderung des Schlafs und zur Linderung nervlicher Beschwerden eingesetzt wurden. Diese Anwendungen fanden nicht nur in der Antike, sondern auch im Mittelalter großen Anklang, besonders in Klöstern, wo Pflanzenwissen mit spiritueller Heilkunst verbunden war.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wichtigsten nervenwirksamen Pflanzen der Antike – ihre Wirkung, Anwendung und Bedeutung im klösterlichen Alltag.

1. Baldrian (Valeriana officinalis)

Wirkung laut Dioskurides:
Baldrian galt bereits in der Antike als beruhigend und schlaffördernd. Dioskurides beschrieb seine Anwendung bei Unruhe, Herzklopfen und Schlaflosigkeit.

Anwendung im Mittelalter:
In Klostergärten wurde Baldrian häufig angebaut. Er wurde als Tee oder in Kräuterwein zubereitet und besonders abends eingenommen, um einen ruhigen Schlaf zu fördern.

2. Passionsblume (Passiflora incarnata)

Nicht in der ursprünglichen De Materia Medica, aber später ergänzt in mittelalterlichen Handschriften. Sie wurde zur Behandlung von Angstzuständen und Schlafproblemen verwendet.

Klösterliche Anwendung:
Häufig als Teil von Beruhigungstees verwendet, in Kombination mit Baldrian und Melisse.

 3. Mohn (Papaver somniferum)

Wirkung laut Dioskurides:
Dioskurides beschrieb die beruhigende und schmerzstillende Wirkung von Mohnsaft (Opium). In kleinen Dosen wurde es zur Behandlung von Schlaflosigkeit verwendet.

Warnung: Bereits in der Antike war die toxische Wirkung bekannt – die Dosierung war entscheidend.

4. Melisse (Melissa officinalis)

Wirkung:
Beruhigend, angstlösend, magenstärkend – ideal bei nervösem Magen und innerer Unruhe.

Klostermedizin:
Ein zentrales Heilkraut im Mittelalter. Hildegard von Bingen empfahl Melisse zur Stärkung des Herzens und Geistes. Oft wurde sie in Form von Tee oder Elixier verabreicht.

5. Lavendel (Lavandula angustifolia)

Dioskurides: Lavendel ist nicht direkt im Originaltext erwähnt, wurde aber später in der Klostermedizin übernommen.

Anwendung:
Als Badezusatz, Duftöl oder Tee – zur Beruhigung und bei Einschlafproblemen.

Fazit

Die Behandlung von nervlicher Erschöpfung, Angst und Schlaflosigkeit war bereits in der Antike ein Thema. De Materia Medica bietet uns einen faszinierenden Einblick in die ersten systematischen Versuche, den Geist mithilfe der Natur zu heilen.

Die Mönche im Mittelalter entwickelten diese Tradition weiter und verfeinerten die Anwendungen dieser Pflanzen. Viele dieser Mittel sind bis heute in der Naturheilkunde präsent.


Die vergessene Pflanze bei Hyperthyreose: Herzgespann beruhigt Herz und Schilddrüse

Leonurus cardiaca Manche Pflanzen wachsen still an alten Zäunen, in vergessenen Gärten, und warten darauf, von den richtigen Menschen entdec...