Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus


Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex...Lange Zeit war Hopfen für mich einfach nur „die Pflanze im Bier“. Mehr nicht. Ohne zu ahnen, dass sich hinter diesem scheinbar banalen Bestandteil eine alte, kraftvolle und erstaunlich aktuelle Heilpflanze verbirgt.

Schon im Mittelalter stellte Hildegard von Bingen fest, dass diese Pflanze
„beruhigt, den Appetit anregt, die Verdauung fördert und noch dazu antiseptisch wirkt“.

Vielleicht ist es genau deshalb kein Zufall, dass der Hopfen zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt wurde. Selbst der lateinische Name klingt schön und bleibt leicht im Gedächtnis: Humulus lupulus.

Abseits von Geschichte, Titeln und Studien hat mich persönlich am Hopfen am meisten eines angesprochen: 

👉 die Fähigkeit des Hopfens, die Nerven zu beruhigen.👈

Wir leben in einer Zeit, in der Nervosität, innere Unruhe, mentale Erschöpfung und kreisende Gedanken fast schon normal geworden sind. Die Vorstellung, dass eine Pflanze sanft beruhigen kann, ohne zu betäuben, empfinde ich als etwas sehr Wertvolles.

Vielleicht weißt du es schon: Die medizinisch wirksamen Teile des Hopfens sind die weiblichen Zapfen. Dort steckt seine eigentliche Kraft.

Welche Wirkstoffe enthält Hopfen – und wie helfen sie bei Nervosität?

🔬 Bitterstoffe (Humulon, Lupulon)
→ wirken beruhigend und leicht sedierend, lindern innere Unruhe

🔬 Flavonoide (z. B. Xanthohumol)
→ starke Antioxidantien, schützen das Nervensystem

🔬 Ätherische Öle (Myrcen, Humulen)
→ entspannend, lösen psychische Anspannung

🔬 Phytohormone (8-Prenylnaringenin)
→ wirken ausgleichend auf Nerven- und Hormonsystem

Die goldene Kombination

Seine volle Kraft entfaltet Hopfen vor allem in Kombination mit Baldrian, Melisse oder Passionsblume. Gemeinsam wirken diese Pflanzen harmonisch: beruhigend, stabilisierend, ohne die geistige Klarheit zu nehmen.

Rezept für einen beruhigenden, sedierenden Tee 

Verwendet werden getrocknete Pflanzen. Bei frischen Pflanzen bitte die Menge verdoppeln.

Für 1 Tasse (250 ml Wasser):

  • 🌿 Hopfenzapfen (weiblich)½ Teelöffel

  • 🌿 Baldrianwurzel½ Teelöffel

  • 🌿 Melisse oder Passionsblume1 Teelöffel

Die Pflanzen in eine Tasse geben, mit heißem (nicht sprudelnd kochendem) Wasser übergießen, abdecken und 10–15 Minuten ziehen lassen. Abseihen.

Am besten abends trinken, in kleinen Schlucken. Eine Tasse pro Tag ist ausreichend.

Ist der Tee auch für Kinder geeignet? 

Für Kinder unter 6 Jahren wird Hopfen nicht empfohlen. Ab 6–7 Jahren kann er in sehr geringer Dosierung verwendet werden, idealerweise in Kombination mit milderen Pflanzen wie Melisse oder Passionsblume. Empfohlene Menge für Kinder: ¼ TL Hopfenzapfen + 1 TL Melisse oder Passionsblume auf 250 ml Wasser, maximal ½ Tasse, nicht täglich. Bei anhaltenden Beschwerden bitte fachlichen Rat einholen.

Wildlattich und sein Saft – Naturmedizin mit Tradition

Lactuca virosa

Wildlattich (Lactuca virosa) ist eine Pflanze, die die Menschen seit der Antike fasziniert und für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt wird. Nicht nur ihr charakteristischer Geschmack und ihr besonderes Aussehen machen sie einzigartig, sondern auch der aus ihr gewonnene Saft gilt in vielen Kulturen als ein wahres Heilmittel. Besonders Mönche aus verschiedenen Teilen der Welt haben die wohltuende Wirkung des Lattichsafts immer wieder hervorgehoben.

Was ist Wildlattich?

Wildlattich ist eine krautige Pflanze, die in gemäßigten und mediterranen Zonen wild wächst. Sie hat längliche, gezackte Blätter und einen Stängel, der einen milchigen Saft enthält – den Lattichsaft. Dieser Saft ist reich an bioaktiven Verbindungen, die beruhigende, schmerzlindernde und krampflösende Wirkungen besitzen.

Was sagten die Mönche?

Im Mittelalter nutzten Mönche aus Klöstern in Europa, Asien und dem Nahen Osten Wildlattich zur Behandlung verschiedener Beschwerden:

  • Europäische Mönche betrachteten ihn als natürliches Mittel gegen Schlaflosigkeit, Angstzustände und leichte Schmerzen. Sie bereiteten den Saft oft als Aufguss zu oder nutzten ihn als Salbe zur Linderung von Muskelbeschwerden.

  • Tibetische Mönche lobten die entspannende Wirkung des Lattichs und setzten den Saft bei Magenbeschwerden sowie zur Förderung innerer Ruhe, besonders bei Meditationen, ein.

  • Mönche im Nahen Osten, besonders in Persien, verwendeten den Saft als Heilmittel bei Husten und Atemwegserkrankungen, dank seiner auswurffördernden Eigenschaften.

Diese Tradition hat sich über Jahrhunderte gehalten, und Wildlattich bleibt bis heute wegen seiner sedativen und schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt.

Zwei wissenschaftliche Studien

  1. Studie veröffentlicht im Journal of Ethnopharmacology (2015)
    Forscher zeigten, dass der Saft des Wildlattichs den Wirkstoff Lactucopicrin enthält, der beruhigende und schmerzstillende Effekte besitzt. Die Studie belegte, dass Lattich-Extrakte leichte Schmerzen und Angstzustände signifikant lindern können, ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

  2. Studie der Universität Tabriz, Iran (2018)
    In dieser Untersuchung wurden die entzündungshemmenden Wirkungen des Lattichsafts an Tiermodellen getestet. Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Reduktion von Entzündungen und eine Linderung von Gelenkschmerzen nach Einnahme des Safts, was die traditionelle Anwendung bei rheumatischen Beschwerden bestätigt.

Anwendung des Lattichsafts

Der Saft wird durch Pressen der frischen Blätter gewonnen und kann verdünnt mit Wasser oder als Tee getrunken werden. Zusätzlich wird er in der Herstellung von Cremes und Salben verwendet, um seine beruhigenden und schmerzlindernden Eigenschaften äußerlich zu nutzen.

Eine maßvolle Anwendung ist wichtig: Intern sollten täglich nicht mehr als 0,5 bis 1 ml reiner Saft eingenommen werden, da höhere Dosen zu starker Schläfrigkeit, Magenbeschwerden oder anderen Nebenwirkungen führen können. Bei äußerlicher Anwendung in Cremes oder Salben sind Konzentrationen von 5-10 % Saftanteil üblich und gelten als sicher.

Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest, um mögliche Hautreaktionen auszuschließen.

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Warum Beinwell gut für Gelenke und Schmerzen ist – was die Alten darüber sagten

Symphytum officinale


Beinwell, auch bekannt als „Knochenkraut“, ist eine der wertvollsten Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten gegen Gelenk- und Muskelschmerzen eingesetzt wird. Von den antiken Heilern bis zu den mittelalterlichen Mönchen galt Beinwell als wahres Heilmittel bei Schmerzen in Gelenken, Sehnen und Knochen.


Was Beinwell enthält und wie es den Gelenken hilft

Der Hauptwirkstoff, der Beinwell so effektiv macht, ist Allantoin – eine Substanz, die die Geweberegeneration und Wundheilung fördert. Allantoin:

  • Beschleunigt die Regeneration von Knorpeln und Bändern

  • Fördert die Neubildung von Zellen in Haut und tieferem Gewebe

  • Lindert Entzündungen und hilft Schmerzen zu reduzieren

Zusätzlich enthält Beinwell Schleimstoffe, die Reizungen mildern, sowie Tannine mit entzündungshemmender Wirkung.

Augentrost (Euphrasia officinalis) – Klosterwissen für Augen, Wahrnehmung und innere Klarheit

Euphrasia officinalis


Der Augentrost (Euphrasia officinalis) trägt in seinem Namen ein Versprechen, das Jahrtausende alt ist. Seine Bezeichnung wird mit Euphrosyne in Verbindung gebracht, einer der drei Chariten der griechischen Mythologie – Sinnbild für Freude, Klarheit und seelisches Wohlbefinden. Man schrieb ihr die Fähigkeit zu, den Blick zu öffnen, nicht nur für das Auge, sondern auch für den Geist. So wurde der Augentrost zu einer Pflanze, die Klarheit schenkt – körperlich wie seelisch.

Seine zarten Blüten mit ihrer feinen Zeichnung erinnern an Augen, umrahmt von Wimpern. Diese Ähnlichkeit blieb in der Antike und im Mittelalter nicht unbeachtet und wurde im Sinne der Signaturenlehre gedeutet: Gott habe jeder Pflanze ein Zeichen ihres Wirkens mitgegeben. Was dem Auge ähnelt, diene auch dem Auge.

Bereits in der Spätantike wurde der Augentrost bei „Schwäche des Sehens“ und bei Zuständen empfohlen, in denen der Blick trüb wurde – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. In mittelalterlichen Heilkundeschriften erscheint die Pflanze häufig als Mittel gegen Augenleiden, aber auch bei geistiger Erschöpfung, Melancholie und innerer Verwirrung. In den Klöstern galt sie als Kraut, das die „Sicht des Herzens“ klärt.

Im Mittelalter fand der Augentrost vor allem Anwendung bei Augenentzündungen wie Bindehautentzündungen sowie zur Linderung von Brennen, Jucken und Reizungen durch Rauch, Staub, Zugluft oder Pollen. Mönche und Kräuterkundige empfahlen ihn auch jenen, die lange bei schwachem Licht arbeiteten oder stundenlang Manuskripte kopierten – eine frühe Form der heutigen visuellen Überlastung.

Bemerkenswert ist, dass der Augentrost nicht nur als Augenheilmittel galt. In der Volksheilkunde wurde er auch als Umstimmungsmittel geschätzt – als Pflanze, die die innere Verfassung ausgleicht. Man setzte ihn bei Kindern und Erwachsenen ein, die empfindlich waren, sich leicht erkälteten und bereits bei geringster Zugluft mit tränenden Augen und allgemeiner Schwäche reagierten. In solchen Fällen betraf die Wirkung nicht nur die Augen, sondern den gesamten Organismus.

Der Augentrost wurde sowohl äußerlich, in Form von Umschlägen oder Augenwaschungen, als auch innerlich, als Tee, angewendet. In der klösterlichen Heilkunde galt der Tee als sanfte Unterstützung für den ganzen Menschen – besonders dann, wenn die Schwäche der Augen mit Erschöpfung, häufiger Erkältung oder erhöhter Reizempfindlichkeit verbunden war.

So bleibt der Augentrost bis heute eine Pflanze der Klarheit: für die Augen, für die Wahrnehmung und für die Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie sind – mit klarem Blick und ruhigem Geist.

Die Geschichte vom Wasser, das vergessen hat zu fließen

 


Man sagt, im Menschen gebe es ein stilles Wasser, nicht das Blut, das läuft, pocht und drängt, sondern jenes andere Wasser, das sich dazwischen bewegt, unscheinbar und leise, das sammelt, was nicht mehr lebendig ist, und geduldig darauf wartet, weitergetragen zu werden. Wenn der Mensch viel geht, wenn er schwitzt, wenn er weint oder atmet, beginnt dieses Wasser von selbst zu fließen, als hätte es sich nur kurz verirrt. Doch wenn der Mensch zu lange müde ist, wenn er Lasten trägt, die nie ausgesprochen wurden, wenn Gefühle im Inneren festgehalten werden wie eingeschlossene Luft, dann bleibt das Wasser stehen, und mit ihm kommen die Schwere im Körper, die Schwellung, die namenlose Erschöpfung, die sich nicht erklären lässt. Die Alten sagten nicht, dass die Lymphe schmutzig sei oder gereinigt werden müsse, sie sagten nur leise und ohne Urteil: Dein Wasser hat den Weg vergessen.

In einem alten Dorf am Rand des Waldes lebte eine Frau, die nicht mit Kraft heilte. Sie reinigte nicht. Sie öffnete. Wenn jemand mit schwerem Körper und müder Seele zu ihr kam, führte sie ihn früh am Morgen nach draußen.

„Geh“, sagte sie. „Auch wenn du keine Lust hast. Das Wasser in dir bewegt sich nur, wenn du dich bewegst.“

Dann gab sie ihm drei Pflanzen.

Die erste war die Klette – ihre Wurzel. „Sie weiß, wie man aus der Tiefe zieht“, sagte die Frau. „Nicht schnell. Aber wahrhaftig.“ Sie kochte sie langsam und gab sie am Abend, wenn der Körper still wird.

Die zweite war der Löwenzahn. Nicht die Blüte, sondern das bittere Blatt und die schmale Wurzel. „Er zeigt dem Wasser den Ausgang“, sagte sie. Man trank ihn am Morgen, als Anfang.

Die dritte war das Kletten-Labkraut (Galium aparine). Die Pflanze, die an der Kleidung hängen bleibt, wenn man durch die Wiese geht. „So hält sie auch das stehende Wasser fest“, sagte die Frau. Sie kochte sie nicht. Sie ließ sie über Nacht in kaltem Wasser ziehen. Dieses Wasser wurde mittags getrunken, wenn die Sonne hoch stand.

Doch die Pflanzen waren nicht alles. Morgens gehörte auch der Körper dazu, cu pielea trezită printr-un periaj uscat, făcut încet, fără presiune, ca o mișcare care aduce atenția înapoi spre inimă. Era nevoie de puțină căldură, de transpirație ușoară, de mers, de foc sau de o baie caldă, lucruri simple, care lăsau apa din interior să se miște fără să fie forțată. Și uneori era nevoie doar de oprire, de stat, de respirație, pentru că apa aceea tăcută se blochează adesea acolo unde omul nu mai are loc să simtă.

Nach drei Wochen hörte die Frau auf. Das Wasser hatte seinen Weg wiedergefunden, und die Menschen folgten ihm still. Manche gingen leichter hinaus in die Welt, andere blieben noch eine Weile im Wald, bis auch ihr Inneres den Rhythmus wiedergefunden hatte.

So arbeiteten die Alten, ohne den Körper zu zwingen, ohne eine totale Reinigung zu versprechen; sie begleiteten das Wasser nur sanft, erinnerten es an seine eigene Bewegung, sodass es wieder frei fließen konnte.

Manches Wissen endet nicht hier.
Manches beginnt erst, wenn man aufhört zu lesen und anfängt zu gehen.

Aus diesem Text ist ein stilles Pflanzenritual entstanden.
Für jene, die das Wasser im Inneren nicht nur verstehen, sondern bewegen wollen.

👉 https://ko-fi.com/s/de730ca77f

Die Pflanze hinter dem Bier, die unsere Nerven versteht

Humulus Lupulus Ich bin keine Biertrinkerin. Das war ich nie, aber wenn es draußen sehr heiß ist, trinke ich gern ein kleines Bier auf ex. ....